Interview über Kunst auf Berliner Straßen

Kimo von Rekowski und Jörn Reiners von Xi-Design

Handgemachte Berliner Werbekunst -Xi Design

Kimo von Rekowski und Jörn Reiners von Xi-Design haben Streetart zu ihrem Beruf gemacht und erzählen uns, wie sie in Berlin von Sprayern zu Geschäftsmännern wurden.

Was ist denn „urbanes Kommunizieren“?
Wie der Duden sagt: „urban“ kommt vom Lateinischen „urbanus“ und bedeutet „zur Stadt gehörend, städtisch“. Kommunizieren heißt so viel wie Gedanken, Gefühle und Informationen austauschen und sich verständigen.

Wie unterscheidet sich Streetart von Vandalismus?
Eigentlich gar nicht. Auch der sogenannte Vandalismus ist eine Form der Streetart.
Jedoch muss man sich ganz klar von einer mutwilligen Zerstörung distanzieren.

Fleisch Mural von Marcus Haas und Xi Design
Fleisch Mural von Marcus Haas und Xi Design – via urbanshit.de

Eure Leidenschaft ist zu eurer Berufung geworden. Wie können junge Leute den Weg zu ihrer Berufung finden?
Im Grunde genommen machen wir das, was wir am besten können. Und das schon immer. Man sollte rechtzeitig seine Begabung, Neigung oder Leidenschaft entdecken, diese fördern und fördern lassen und an seinen Zielen und Träumen festhalten.
Man muss sich entwickeln, sich selbst fordern, motivieren und seine Energie gezielt einsetzen.
Und:

„Bleib immer wie du bist, außer du kannst Batman sein, dann sei Batman!“

Wie habt ihr es geschafft, von illegalen Sprayern über anerkannte Künstler zu erfolgreichen Unternehmern zu werden?
Dieser Übergang ist fließend. Graffiti war immer unser Ding. Fahrende Eisenbahnen mit unserem Namen drauf – geil! Legale, aufwendige Bilder an legalen Spots wurden dann immer mehr zu Bausteinen unserer technischen Weiterentwicklung.
Daraus resultierten bezahlte Aufträge, größere Budgets. Firmengründung. Höhen und Tiefen. Ne Menge Lehrgeld, alles normal. „Eigene Erfahrungen sammeln“ nennt man das, glaube ich.
Dann sagte mal ein älterer Herr: „Man sollte circa 10 Jahre fleißig für den Namen seiner Firma arbeiten, danach arbeitet der Name für die Firma.“ Er behielt Recht.

Ehrlichkeit und Bodenständigkeit sind ganz wichtige Parameter für unseren geschäftlichen Erfolg.

Denn wenn man nicht weiß, wo man herkommt, weiß man auch nicht, wo man hinwill.Berliner Pilsner Mural Berlin Rosenthaler Platz

Wie stehen Berliner Streetart und urbane Kommunikation im internationalen Vergleich da?
Berlin ist eine der Streetart-Metropolen. Im Vergleich ist die illegale und/oder geduldete Streetart in Berlin sehr international. Der Begriff „Streetarttourismus“ findet wohl in Berlin seinen Ursprung.
Urbane Kommunikation in ihrer Gesamtheit wird in Berlin sehr deutlich. Die Größe der Stadt und ihr internationales Ansehen geben Berlin ein großes Potential für urbanes Kommunizieren.
Auf dem Gebiet des „handmade artvertising“ hat Streetart mit allen ihren Richtungen Einzug in die anerkannte Geschäftswelt gehalten und sich durch professionelles, kompetentes und innovatives Auftreten als starkes Tool der Werbebranche durchgesetzt.
Dieses Potential erkannt und genutzt, stehen wir heute mit einem geballten internationalen Netzwerk für Sonderumsetzungen und Artvertising der herkömmlichen Außenwerbung auf Augenhöhe gegenüber.
Es gibt ähnliche Konzepte in anderen Metropolen, aber diese sind eben auch Teil unseres Netzwerks.

Wenn ihr euch für Berlin etwas wünschen könntet, was wäre das?
Mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung von Senat und Behörden für Kunst im öffentlichen Raum.

Alle Bilder gibt es auf der Homepage.

Dieser Artikel erschien erstmals im eMagazin AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 09/16.

Was ist denn „urbanes Kommunizieren“?
Wie der Duden sagt: „urban“ kommt vom Lateinischen „urbanus“ und bedeutet „zur Stadt gehörend, städtisch“. Kommunizieren heißt so viel wie Gedanken, Gefühle und Informationen austauschen und sich verständigen.

Wie unterscheidet sich Streetart von Vandalismus?
Eigentlich gar nicht. Auch der sogenannte Vandalismus ist eine Form der Streetart.
Jedoch muss man sich ganz klar von einer mutwilligen Zerstörung distanzieren.

Fleisch Mural von Marcus Haas und Xi Design
Fleisch Mural von Marcus Haas und Xi Design – via urbanshit.de

Eure Leidenschaft ist zu eurer Berufung geworden. Wie können junge Leute den Weg zu ihrer Berufung finden?
Im Grunde genommen machen wir das, was wir am besten können. Und das schon immer. Man sollte rechtzeitig seine Begabung, Neigung oder Leidenschaft entdecken, diese fördern und fördern lassen und an seinen Zielen und Träumen festhalten.
Man muss sich entwickeln, sich selbst fordern, motivieren und seine Energie gezielt einsetzen.
Und:

„Bleib immer wie du bist, außer du kannst Batman sein, dann sei Batman!“

Wie habt ihr es geschafft, von illegalen Sprayern über anerkannte Künstler zu erfolgreichen Unternehmern zu werden?
Dieser Übergang ist fließend. Graffiti war immer unser Ding. Fahrende Eisenbahnen mit unserem Namen drauf – geil! Legale, aufwendige Bilder an legalen Spots wurden dann immer mehr zu Bausteinen unserer technischen Weiterentwicklung.
Daraus resultierten bezahlte Aufträge, größere Budgets. Firmengründung. Höhen und Tiefen. Ne Menge Lehrgeld, alles normal. „Eigene Erfahrungen sammeln“ nennt man das, glaube ich.
Dann sagte mal ein älterer Herr: „Man sollte circa 10 Jahre fleißig für den Namen seiner Firma arbeiten, danach arbeitet der Name für die Firma.“ Er behielt Recht.

Ehrlichkeit und Bodenständigkeit sind ganz wichtige Parameter für unseren geschäftlichen Erfolg.

Denn wenn man nicht weiß, wo man herkommt, weiß man auch nicht, wo man hinwill.Berliner Pilsner Mural Berlin Rosenthaler Platz

Wie stehen Berliner Streetart und urbane Kommunikation im internationalen Vergleich da?
Berlin ist eine der Streetart-Metropolen. Im Vergleich ist die illegale und/oder geduldete Streetart in Berlin sehr international. Der Begriff „Streetarttourismus“ findet wohl in Berlin seinen Ursprung.
Urbane Kommunikation in ihrer Gesamtheit wird in Berlin sehr deutlich. Die Größe der Stadt und ihr internationales Ansehen geben Berlin ein großes Potential für urbanes Kommunizieren.
Auf dem Gebiet des „handmade artvertising“ hat Streetart mit allen ihren Richtungen Einzug in die anerkannte Geschäftswelt gehalten und sich durch professionelles, kompetentes und innovatives Auftreten als starkes Tool der Werbebranche durchgesetzt.
Dieses Potential erkannt und genutzt, stehen wir heute mit einem geballten internationalen Netzwerk für Sonderumsetzungen und Artvertising der herkömmlichen Außenwerbung auf Augenhöhe gegenüber.
Es gibt ähnliche Konzepte in anderen Metropolen, aber diese sind eben auch Teil unseres Netzwerks.

Wenn ihr euch für Berlin etwas wünschen könntet, was wäre das?
Mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung von Senat und Behörden für Kunst im öffentlichen Raum.

Alle Bilder gibt es auf der Homepage.

Dieser Artikel erschien erstmals im eMagazin AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 09/16.

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