wirBERLIN: Beate-Teichert Ernst im Interview

wirBERLIN: Beate Teichert-Ernst im Interview ©AusserGewöhnlich Berlin

Dreck, Müll und vollgepinkelte Ecken – wirBERLIN

Beate Teichert-Ernst ist eine AusserGewöhnliche Berlinerin, die sich für ihre Stadt einsetzt, anstatt zu meckern: Mit wirBERLIN kämpft sie für ein schönes Berlin und sorgt für Sauberkeit im öffentlichen Raum.

Sie sagen, Berliner sollen wieder Verantwortung gegenüber ihrer Stadt tragen. Sind Berliner ignorant gegenüber öffentlichen Räumen? Woran liegt das?

Nein, ignorant sind die Berliner*innen nicht, wie sich am „BERLIN Machen Aktionstag 2016“ mit 250 Initiativen und Tausenden Beteiligten wie auch vielen ganzjährig aktiven Kiezgruppen zeigt. Aber Anonymität der Großstadt verhindert Verantwortung und soziale Kontrolle funktioniert vielerorts nicht mehr. Hinzu kommt, viele Berlinbesucher lassen ihre Kinderstube zu Hause.

Berlin ist voller Individualisten. Wie wollen Sie diese motivieren gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten?

Die nächste Gelegenheit ist am 5./6. Mai. Mit individuellen, kreativen und phantasievollen Aktionen kann jeder zum BERLIN MACHER werden. Das macht Spaß und ist Motivation pur.

Können wir gesellschaftliche Probleme langfristig mit unternehmerischen Lösungen angehen?

Nein, Verwahrlosung, Dreck, Müll und vollgepinkelte Ecken sind in der Verantwortung jedes Einzelnen. Langfristig muss sich das Verhalten der Menschen ändern.


wirBERLIN im Interview

wirBERLIN: Jeder Einzelne trägt die Verantwortung für Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Dazu müssen natürlich auch die Unternehmen gemeinsam mit der Politik die richtigen Anreize schaffen, wie z.B. Strategien zur Reduzierung des Verpackungsmülls, genügend öffentliche Toiletten, verstärkte Reinigung in Parks und auf Spielplätzen: wo es sauber ist wird es weniger dreckig!

Wie stellen Sie sich ein sauberes Berlin vor? Ist das utopisch?

Es geht nicht nur um Sauberkeit. Wir wollen die Stadt gemeinsam mit allen zu einem freundlichen und einladenden Ort für Kommunikation und Begegnung machen, denn „was alle angeht können nur alle lösen“ (Dürrenmatt).

Das ist in unseren Augen nicht utopisch, wenn viele dabei sind und BERLIN MACHEN.


wirBERLIN im Stone

Am 19. Dezember war Senatorin Dilek Kolat zu Gast bei wirBERLIN im Stone Brewing .

 

wirBERLIN und Dilek Kolat

Berlin Senatorin Dilek Kolat im Gespräch mit Beate Teichert-Ernst und Alexander Wolf ©AusserGewöhnlich Berlin

Im Kreis von Unterstützern und Interessierten hat Beate Ernst, die Vorsitzende von wirBERLIN e.V. am 14.12.2016 Senatorin Dilek Kolat im Stone Brewing Berlin begrüßt. Seit sechs Jahren ist der Verein in Berlin unterwegs, die Qualität des öffentlichen Raumes – des Lebens vor unserer Haustür zu erhalten, zu verbessern, neu zu erfinden.

In der von Alexander Wolf moderierten Diskussion ging es um neue Wege für die Projekte von wirBERLIN und das ehrenamtliche Engagement in der Stadt.

Frau Senatorin Kolat, die seit Jahren an den Aktionen von wirBERLIN teilgenommen und mitgeputzt hat, machte deutlich, dass der eigene Beitrag schließlich auch Spaß mache und dieses „irgendwie sich Beteiligen“ unsere Stadt Berlin ausmache.

In der weiteren Diskussion erklärte Frau Kolat, dass bürgerschaftliches Engagement für den Zusammenhalt der Stadt unheimlich wichtig sei…


und das ehrenamtliches Kümmern um andere Menschen das sei, was eine Gesellschaft ausmache, die dadurch menschlicher, sozialer und solidarischer würde. Das wurde auch an den weiteren Beiträgen der Diskussion deutlich, die verschiedenste Möglichkeiten des Engagements für den öffentlichen Raum aufzeigten.

Beate Ernst sieht sich durch den Abend an diesem neuen Ort Berlins auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes Mariendorf bestätigt, dass wirBERLIN dabei sein wird, wenn sich unsere Stadt Berlin immer wieder neu erfindet – und trotzdem eine Berliner Pflanze bleibt.

 

Weitere Informationen zu wirBERLIN finden Sie HIER.

Dieser Artikel erschien erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 03/2017.

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