Die VELO Berlin findet im April 2018 statt

Ulrike Saade von Velokonzept ©AusserGewöhnlich Berlin

Ulrike S. hat den Grössten

VELO-Veranstalterin Ulrike Saade spricht mit uns über die größte Rad-Publikumsmesse Deutschlands, das neue Mobilitätsgesetz und Berliner Lebensqualität.

Welche neuen Entwicklungen gibt es dieses Jahr bei der Velo?

Die größte Veränderung der VELO ist der Umzug in den Flughafen Tempelhof.

Dieser Locationwechsel hat uns auch sehr viel neue Aussteller gebracht, insbesondere Zuwächse im Bereich Lifestyle und Performance. Das hat auch damit zu tun, dass unsere Side-Events nun unter anderem Fixie-Rennen und Rennradrennen beinhalten.

Ulrike Saade auf dem Flughafen Berlin Tempelhof

Die VELO Berlin findet vom 14.-15. April auf dem Flughafen Tempelhof statt ©AusserGewöhnlich Berlin

Darüber hinaus wird das International Cargobike Festival in diesem Jahr im Rahmen der VELO stattfinden. Wir werden rund 50 Lastenradaussteller aus aller Welt haben. All das macht die VELOBerlin zu einem Fahrradfestival für alle, die das Radfahren lieben oder lieben lernen wollen.

Halle auf dem Flughafen Tempelhof: hier wird die VELO Berlin stattfinden

Flughafen Berlin Tempelhof ©AusserGewöhnlich Berlin

Hinter Velo steht ein großes Netzwerk. Was muss man beachten, um so ein starkes Netzwerk aufzubauen?

Ja, ein Fahrradfestival in der Größe einer VELOBerlin zu organisieren ist schon sehr arbeitsintensiv und vielschichtig – es gibt so viele verschiedene Arbeitsfelder und Aufgaben. Aber durch meine langjährige Tätigkeit kenne ich sehr viele entscheidende Personen, sei es in die Branche, seien es die Akteure hier in Berlin.

Wir arbeiten seit vielen Jahren partnerschaftlich zusammen. Ja, neben der Kompetenz kommt es auf die verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit an!


Ulrike Saade auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof

Ulrike Saade von Velokonzept ©AusserGewöhnlich Berlin

Wie sieht denn die Situation für Radfahrende in Berlin aus und wie wird sich das in Zukunft entwickeln?

Ich glaube, es wird sich demnächst viel in der Stadt in Richtung Verkehrswandel bewegen!

Das neue Mobilitätsgesetz soll demnächst vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden, bei dem jetzt -endlich -die Radfahrer und Fußgänger mehr Platz und Sicherheit kriegen sollen. Der Senat ist engagiert dabei, hat neue Stellen geschaffen, damit es nicht an der Umsetzung hapert.

Etwas Geduld werden wir leider noch haben müssen – und wir Bürger selbst müssen auch bereit sein, umzudenken. Dass aufgrund des begrenzten Platzes im belebten urbanen Raum dieser neu verteilt werden muss, stößt natürlich nicht überall auf Zustimmung. Aber am Ende werden wir alle – Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer- von der lebenswerteren Stadt profitieren!

Ulrike Saade erkundet den Flughafen Tempelhof

Ulrike Saade zeigt den neuen Standort der VELO Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Ist Berlin nun eine Fahrrad- oder eine Auto-Stadt?

Alle Städte sind in den letzten 70 Jahren zu Auto-Städten umgebaut worden.

Berlin ist aber nicht nur Auto –Stadt, sondern auch eine ÖPNV Stadt, aber hoffentlich bald auch eine „Smarte“ Stadt, in der ich multimodal schnell, bequem und sicher unterwegs sein kann.


Und in der ich je nach Strecke mal zu Fuß gehe, mal Rad fahre oder Bus, Bahn oder auch das (Sharing-)Auto nutze- das Ganze digital unterstützt.

Velo Berlin Ulrike Saade

Ulrike Saade über das Lebensgefühl beim Fahrradfahren und die VELO Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Was sagst Du jemandem, der nicht Rad fährt?

Wir sind keine Missionare!

Ich weiß, dass viele Menschen nicht Radfahren, sei es durch andere Gewohnheiten oder weil ihnen Radfahren zu umständlich oder auch zu gefährlich erscheint.

Für mich ist Radfahren Freiheit, ich komme schnell von A nach B, integriere Bewegung in meinen Alltag, bin draußen, spüre das Wetter (es regnet viel seltener als man meint) – einfach ein tolles Lebensgefühl! Und es gibt einfach so tolle neue Fahrräder für so unterschiedlichste Zwecke– gerne auch mit Motorunterstützung! Das würde ich gerne vermitteln.

Berlin Tempelhof Flughafen

Die VELO auf dem Flughafen Berlin Tempelhof ©AusserGewöhnlich Berlin

Kann Berlin überhaupt eine international relevante Rolle in Zukunft spielen? Haben uns chinesische Städte nicht schon längst abgehängt?

Die asiatischen Metropolen zeigen ja der Welt, dass es mit dem individuellen Autoverkehr aufgrund des enormen Platzbedarfes und der krassen Umweltauswirkungen wie Emissionen, Staus und Verkehrstoten, so nicht mehr weitergehen kann.

In Europa sind aktuell Paris und London dabei, den individuellen Autoverkehr massiv einzuschränken – um mehr Lebensqualität in der Stadt zu bieten.


Und Berlin? Ja, wenn das Mobilitätsgesetz jetzt wirklich zügig umgesetzt wird, wird das sicher als tolle Botschaft in die Welt gehen: Eine noch tollere Stadt zum Leben und zum Arbeiten.

Ulrike Saade und die VELO Berlin

Ulrike Saade über die Zukunft der VELO Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Zum Schluss noch ein kurzer Ausblick: Du hast einen langen Weg hinter Dir. Inzwischen gibt es die VELO in Berlin, Hamburg und Frankfurt. Was waren die Anfänge und wo soll das noch hin führen?
Der Ursprung der VELOBerlin war, dass die Fahrradbranche eine große Publikumsmesse in Berlin wollte und mich angefragt hatte, dies umzusetzen. Aufgrund der guten Kontakte zur Messe Friedrichshafen, die ja die B2B Weltleitmesse EUROBIKE zum Thema Fahrrad veranstalten, haben wir uns dann mit der EUROBIKE zusammengetan und die VELOBerlin initiiert.

VELO auf dem Flughafen Tempelhof

Das Gelände des Flughafens Berlin Tempelhof ©AusserGewöhnlich Berlin

Es war schon eine große Herausforderung, aber wir haben es in den Jahren geschafft, die VELO als größte Publikumsmesse in Deutschland zu etablieren.

Der Umzug in diesem Jahr in den Flughafen Tempelhof ist eine Weiterführung dieser Idee, die, so wie es aussieht, ein großer Erfolg werden wird. Aber auch die VELOFrankfurt und die VELOHamburg sind auf einem sehr guten Weg.

Die VELO: 2018 erstmal auf dem Flughafen Tempelhof

Die VELO Berlin vom 14. bis 15. April 2018 ©AusserGewöhnlich Berlin

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