Das Upper West am Berliner Ku`Damm hat eine Fläche von 53.000qm

Das UPPER WEST ©AusserGewöhnlich Berlin

53.000 qm für die Zukunft Berlins – UPPER WEST

Der AusserGewöhnliche Berliner Christoph Langhof über das UPPER WEST und die architektonische Zukunft Berlins.

Hier geht es zum Architektur Studio Langhof.

Was ist Ihr Wunsch für die Berliner Architektur?

„Mein größter Wunsch: Wir sollten das Bauen der letzten 40 Jahre hinter uns lassen und uns an Bauwerke trauen, die auch für kommende Generationen eine Vorbildfunktion haben – die so eine Strahlkraft haben, dass sie weltweit Bekanntheit erlangen.“


Das Upper West Hochhaus in der City West, entworfen von Christoph Langhof

Das UPPER WEST in Berlin Charlottenburg ©AusserGewöhnlich Berlin

Wir sollten einen Cut im quadratisch-praktischen Bauen setzen und die Zukunft gestalten. Mit intelligenten Bauwerken, die die Menschen begeistern und zum Wohlfühlen verführen. Was wir heute nicht in die Planung einbeziehen, wird es in 10 Jahren nicht geben.

Ob Car-Sharing-Flächen, Drohnen- oder Lufttaxilandeplätze, Energie-Gewinnung am und im Gebäude, die stetige Zunahme der Ein-Personen-Haushalte in den Städten oder der Wandel der Arbeit: das muss beim Bauen mitgedacht werden. Amerikanische und vor allem Städte in Asien sind uns da weit voraus.

Was sind die wichtigsten Facts über das UPPER WEST Hochhaus? 

Das UPPER WEST besteht aus zwei Baukörpern, dem vorgelagerten achtgeschossigen Riegelgebäude und einem als „optischer Zwillingsturm“ konzipierten Hochhaus.

Geschwungene Eleganz, eine strahlend weiße Fassade und goldene Stilelemente verleihen dem UPPER WEST einen modernen Glanz.

Und es passt auch noch viel rein:

„Die Gesamtfläche beträgt 53.000 Quadratmetern, davon rund 20.500 Quadratmeter Bürofläche und 3.900 Quadratmeter Einzelhandelsfläche.“


Der Baubeginn des Upper West war 2014

Seit 2017 steht das Upper West am Ku'Damm ©AusserGewöhnlich Berlin

Und wer sitzt in diesem Gebäude?

In den unteren 16 Stockwerken des Turms befindet sich auf 21.000 Quadratmetern das Motel One. Die Gäste blicken direkt auf die Gedächtniskirche oder können auf der Dachterrasse im 10. Stock den Ausblick genießen. Ein Ausblick, den es sonst nirgendwo gibt. Auf den folgenden Etagen entstanden hochwertige Gewerbeflächen, mit ebenfalls sensationellem Ausblick, exzellenter Adresse und gleichzeitig effizienten Flächen. In 110 Metern über dem Berliner Pflaster, in der 33. Etage, war ursprünglich eine Skybar oder Gastronomie geplant, heute ist es eines der begehrtesten Büros der Stadt.

Was unterscheidet die Berliner Architektur von der Architektur in anderen Städten?

Neues wird in Berlin nicht willkommen geheißen, die Architektur ist hier vielfach stur und langweilig.

„Ich habe häufig den Eindruck, dass der Wille zur Gestaltung der Zukunft noch im Dornröschenschlaf liegt.“


Albert Einstein hat sinngemäß gesagt, mehr als die Vergangenheit interessiere ihn die Zukunft, denn in ihr gedenke er zu leben. Das ist auch genau meine Maxime. Gestaltungswille und identitätsstiftende Bauwerke vermisse ich in Berlin zu einem großen Teil.

Denn: Das architektonische Stadtbild hat einen gewichtigen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen. Ästhetik und Schönheit spielen dabei eine tragende Rolle.

Das Upper West ist ein multifunktionales Gebäude am Ku'Damm

Upper West: Die Gesamtfläche beträgt 53.000qm ©AusserGewöhnlich Berlin

Sie haben das UPPER WEST Hochhaus in Berlin entworfen. Wie lange hat es gedauert, vom ersten Entwurf zum fertigen Bauwerk?

„Sage und schreibe 24 Jahre. Es waren vier regierende Bürgermeister daran beteiligt und drei Bauherren. Hartnäckigkeit und der Wille zur Gestaltung und Veränderung waren bei diesem Projekt gefragt.“


Im Großen und Ganzen gab es drei Phasen:

Am Anfang haben uns alle belächelt, dann bekämpft, bis das UPPER WEST schließlich viel Zuspruch fand.

Eine außerordentliche Herausforderung war der Standort in unmittelbarer Nähe zur Gedächtniskirche.

Bereits 1994 habe ich die ersten Pläne vorgelegt, es war sozusagen ein Heimspiel, denn im ehemaligen Schimmelpfeng-Haus, dort wo heute das UPPER WEST steht, war damals unser Büro. Buchstäblich vor unserem Fenster verwahrloste Berlin, das weltoffene, großartige Berlin. Es herrscht Stillstand, alle Blicke waren zu der Zeit auf den Osten gerichtet, während die Entwicklung im Westteil Berlins ruhte.

Baubeginn war schließlich 2014, nach nur drei Jahren war dann der weiße Turm fertig. Das Hochhaus zieht seither viele Besucher an, es ist eines der beliebtesten Berliner Insta-Motive und auch Politik und Presse loben das Gebäude. Man hält sich wieder gern dort auf, am Anfang des Ku´damm, mit dem renovierten Bikini und der Gedächtniskirche. Bis dahin war es ein langer Weg gegen viele Widerstände. Ich sage es gern mit Erich Kästner „Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.“

Christoph Langhof will weg von praktischen Bauwerken hin zu intelligenten Bauwerken

Upper West: Christoph Langhof will weg von quadratisch praktisch ©AusserGewöhnlich Berlin

Alle sprechen darüber, dass Gentrifizierung den Berliner Stadtraum einengt. Wie denken Sie darüber?

„Gentrifizierung ist eine notwendige Voraussetzung für die Weiterentwicklung einer Stadt. Per se ist sie nicht negativ, sondern notwendig.“


Wenn es keine Modernisierung und Renovierungen gibt, kommt es zu Stagnation, die Folge ist Verfall. Aufgabe der Verwaltung und der Politik ist es, diesen Modernisierungsprozess zu steuern und negative Auswüchse zu unterbinden. Aber nicht mehr.

Was planen Sie als Nächstes?

Aktuell haben wir drei Hochhäuser in der Vorbereitung, leider kann ich dazu nicht mehr sagen, denn mittlerweile unterliegen alle Planungen einer strikten Geheimhaltung.

Sie haben den FIABCI World Prix D‘Excellence Award in Gold gewonnen. Was genau ist das?

Der Fiabci ist der Oscar der Immobilienbranche. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir diese globale Auszeichnung bekommen haben. 2018 haben wir den Preis bereits für Deutschland erhalten, jetzt folgte die internationale Auszeichnung in der Kategorie „Mixed-Use-Development“. Also für ein multifunktionales Gebäude. Mit seiner schlanken Silhouette setze das Bauwerk trotz seiner stattlichen Größe ein elegantes Ausrufezeichen, welches das Stadtbild der City West positiv präge, hieß es vonseiten der FIABCI-Fachjury. Mehr geht nicht!

Das 108m hohe Upper West am Ku´Damm in Berlin

Das vierthöchste Gebäude Berlins: Upper West ©AusserGewöhnlich Berlin

In Berlin gibt es eine Höhenbegrenzung für Gebäude. Sie propagieren, dass es mehr Hochhäuser in Berlin geben soll. Warum?

Wenn wir nicht in die Höhe bauen, muss die Stadt in die Breite wachsen. Das bedeutet erheblich längere Wege, höhere Infrastrukturkosten, eine stärkere ökologische Belastung mit Abgasen und Lärm und deutlich steigende soziale Kosten.

Intelligente Hochhauskonzepte sehen vor allem eine Mischnutzung vor. Die monofunktionale Nutzung von Gebäuden, die in den vergangenen Jahrzehnten gebaut wurden, entspricht in keiner Weise dem zeitgemäßen Tenor, den wir alle verdienen.

„Das perfekte Hochhaus vereint heute Wohnen, Arbeiten und Lifestyle buchstäblich unter einem Dach. Hochhäuser der Zukunft sind hybrid. Dazu gehören neben Büros und Gewerbe auch Kunst- und Kulturangebote ebenso wie Wohnlösungen, die auf die agile, moderne Gesellschaft ausgerichtet sind.“


Mit variablen Appartements für unterschiedliche Lebensphasen. Das i-Tüpfelchen sind öffentlich zugängliche Roof-Top-Restaurants, Dachgärten, Lounges oder Skybars mit Aussichtsplattform. Für einen grandiosen Rundum-Blick.

Und ganz wichtig: Hochhäuser, oder allgemein auch größere Gebäude, müssen heute zwingend nachhaltig sein. Sie müssen einen eigenen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Im Idealfall versorgen sie sich selbst und erwirtschaften noch ein Energieplus.

Eben solche Gebäude entwickeln wir gerade. Dabei hoffen wir eine Lösung für ein zentrales Dilemma des modernen Städtebaus und der modernen Architektur zu finden. Und das indem ästhetisch hochwertige Gebäude, insbesondere Hochhäuser, keine besondere Rücksicht auf ökologische Belange nehmen. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, ästhetisch faszinierende Gebäude zu kreieren, die die Menschen begeistern und inspirieren und gleichzeitig neue Standards für die Nachhaltigkeit im Städtebau und in der Architektur setzen. Im Sinne der Menschen, für die dieses Gebäude geschaffen werden und im Sinne des wirtschaftlichen Wachstums und der Nachhaltigkeit.

Christoph Langhof, Architekt des UPPER WEST:

Christoph Langhof, AusserGewöhnlicher Berliner und Architekt des Upper West Berlin

Christoph Langhof, Architekt des UPPER WEST ©AusserGewöhnlich Berlin

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