Gemeinsam für Toleranz: Über den Tellerrand

Menschen aus allen Teilen der Welt an einem Tisch ©Über den Tellerrand

Social Kitchen: Wie Über den Tellerrand die Mauer zum Fremden einreißt

Über den Tellerrand hat sich ein außergewöhnliches Ziel gesetzt: hier werden kollektive Vorurteile gegen ein riesiges kulinarisches Erlebnis eingetauscht.

Sie setzen sich für die Integration von Zugewanderten ein und bringen Menschen aus verschiedenen Kulturen bei Kochkursen zusammen. Was ist der Gedanke dahinter? Warum genau Kochkurse?

Wir denken, dass gutes Essen Kulturen verbindet. Menschen lernen sich durch gemeinsames Kochen kennen und kriegen einen Einblick in deren Bräuche. Dabei ist es die gemeinsame Leidenschaft für das Kochen die Menschen miteinander verbindet. Es ist immer sehr schön zu sehen, dass Sprache und Herkunft hier keine Rolle spielen. Kommuniziert wird auch mit Händen und Füßen.

Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten treffen hier zusammen.

Das Miteinander ist essenziell. Menschen bauen beim gemeinsamen Essen besondere Verbindungen zueinander auf ©Über den Tellerrand

Küche als positive Botschaft: wenn es um gutes Essen geht spricht jeder die selbe Sprache

„Menschen, die in der Gesellschaft aufgrund unterschiedlicher Gründe, wie Flucht- und Asylhintergrund, in eine Schublade gesteckt wurden, haben bei Über den Tellerrand einen Ort, an dem sie gehört werden.“


Wenn Menschen sich gegenüber Fremden öffnen, anstatt sie zu fürchten, eröffnet es ihnen neue Sichtweisen auf andere Kulturen. So entsteht beispielsweise beim Zusammenkommen in der Küche eine komplett neue, ungewöhnliche Kulinarik. Alle unsere Teilnehmer tragen bei uns eine Schürze, da wir schließlich aus dem selben Grund zusammenkommen. Das beseitigt mentale Barrieren.

Essen auf Afghanistan: Zeit für positive Assoziationen

Über den Tellerrand wörtlich genommen: Besucher lernen neue und bereichernde Essenskulturen kennen. ©Über den Tellerrand

Was ist Ihr Ziel für und in Berlin?

Über den Tellerrand möchte Menschen zusammenbringen, die sich sonst im Alltag wahrscheinlich nicht begegnen würden. Wenn wir es schaffen, dass diese Menschen auch nachhaltige Freundschaften schließen können, wäre das wichtigste Ziel erreicht. Das daraus entstehende soziale Netzwerk würde das Leben von vielen Hinzukommenden ungemein verbessern und erleichtern.

Kochen ist Teamsache: Mannschaftsfoto bei Über den Tellerrand.

Gemeinsame Ziele: Über den Tellerrand demonstriert wie Integration funktioniert © Über den Tellerrand

Über den Tellerrand lebt von fremden und neuen Einflüssen.

Und wer sagt, dass Über den Tellerrand nicht ein Sprungbrett für viele Menschen sein kann? Gute Köche sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt gern gesehen.

Was denken Sie, warum Menschen Vorurteile gegenüber anderen haben? Sind wir alle egoistisch veranlagt? Haben wir Angst vor Neuem oder ist es etwas anderes?

Meiner Meinung nach sind wir Menschen nicht von Grund auf egoistisch veranlagt. Viele Vorurteile entstehen bereits in der Sozialisation in der Kindheit. Unser soziales Umfeld, seien es unsere Eltern, Freunde oder Lehrer, prägen uns in dieser Phase doch sehr. Gerade ein Kind ist sehr formbar und kann vieles nicht hinterfragen. Schlimmstenfalls werden auch noch Vorurteile durch persönliche Erfahrungen bestätigt, und dann wird es schwierig.

Für viele Menschen ist es wichtig, wieder mit Menschen gemeinsam zu speisen.

Syrischer Kochkurs bei Über den Tellerrand. Für alle Beteiligten eine bereichende Erfahrung © Über den Tellerrand

„Genau hier möchte Über den Tellerrand mit seiner Arbeit ansetzen. Wir müssen dem Entstehen solcher Vorurteile entgegenwirken, und zwar durch positive Erlebnisse mit verschiedenen Menschen.“


Deshalb versuchen wir einen positiven Ort erschaffen, an dem Menschlichkeit zelebriert wird.

Über den Tellerrand möchte kollektiven Vorurteilen entgegenwirken – mit positiven Erlebnissen

Und was kann ich machen, um meine eigenen Vorurteile abzubauen?

Über den Tellerrand schauen (schmunzelt). Mit den Menschen ins Gespräch kommen und Unterschiede erkunden. Vielleicht merkt man anschließend, dass wir im Kern doch viele Gemeinsamkeiten haben.

Auftakt eines wichtigen Projektes: Über den Tellerrand zeigt, wie erfolgreiche Integration funktioniert.

Das Projekt sollte Menschen helfen, und ist nun für viele ein essenzieller Bestandteil ihres Alltags © Ute-Peppersack

In Berlin leben viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Sind die Berliner offener eingestellt als Menschen aus anderen Städten?

Aus eigenen Erfahrungen, wie den Kochkursen und den Community Events, würden wir das tendenziell bestätigen. Deshalb gibt es unseren mobilen Küchencontainer, Kitchen on the run, der dieses Jahr zum zweiten mal auf Deutschlantour geht. Damit schafft Über den Tellerrand einen Raum für Begegnung und Austausch.

Welche 3 Gerichte aus anderen Ländern sollte man unbedingt mal gegessen haben?
Spontan sage ich einfach mal: Baba Ganough (syrischer Aufstrich), Tupak et Chorma (afghanische Dattelbällchen) und Dambou (scharfer, nigerianischer Eintopf)

Hier geht es zu Über den Tellerrand.

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