Wandelism in der Wilhelmsaue

Wandelism, die geilste Street Art Ausstellung, in einer alten Kfz-Werkstatt in Berlin, ist nur für eine Woche geöffnet ©AusserGewöhnlich Berlin

Street Art bei Wandelism: Warum Du es bereuen wirst, wenn Du nicht hingehst

Eine alte Kfz-Werkstatt in der Wilhelmsaue in ein Mekka für Freiheit und Street Art: AusserGewöhnlich Berlin spricht mit den Mitorganisatoren von Wandelism Street Art, Moritz Tonn, Baye Fall und Señor Schnu, über Freiheit und den neuen Anstrich der alten Kfz-Werkstatt.

Wandel. Das ist das Motto unter dem das freie Kunstprojekt Wandelism über 60 verschiedene Künstler zusammen bringt.

Die alte Kfz-Werkstatt von Diamona & Harnisch, in der Wilhelmsaue 32, wird vom 17. bis zum 24. März zur Kunstgalerie.

Rostige Unfallwagen, riesige Bilder vom Boden bis zur Decke und ausgefallene Installationen verzieren die 2000m² Fläche. Denn Kunst ist ständig im Wandel, setzt sich stetig mit dem Wandel auseinander und ist vor allem eins: Nicht aufzuhalten.

Wandelism: In der Halle des Projekts

Die alte Kfz-Werkstatt in der Wilhelmsaue wird zum Schauplatz der abgefahrensten Street Art Kunst Berlins ©AusserGewöhnlich Berlin

„Wir haben über 60 Künstler und 45 Wände zum Gestalten.“

Moritz Tonn, Baye Fall und Señor Schnu sitzen auf alten ausgebauten Autositzen mitten in der Kfz-Werkstatt des Wandelism Street Art Projekts.

Die drei Jungs verfallen schnell in einen regen Wortwechsel. Der eine beginnt, der andere übernimmt. Und das lückenlos.

„Vor drei Wochen haben wir erfahren, dass wir diesen Raum haben können. Am 17. März ist die Eröffnung von Wandelism Street Art und in einem Monat ist das alles schon wieder zu Ende.“, Señor Schnu zieht an seiner Zigarette und ascht in eine Kehrschaufel, die vor seinen Füßen liegt. „Die Zeit ist knapp. Das ist eine Herausforderung für uns. Aber es macht Spaß. Wir zeigen, was man erreichen kann, wenn man wirklich Bock hat.“, übernimmt Baye.

AusserGewöhnlich Berlin bei Wandelism

Baye Fall, Senor Schnu und Moritz Tonn in der Kfz-Werkstatt des Wandelism Projekts ©AusserGewöhnlich Berlin

Hier in der Wilhelmsaue entsteht ein Spielplatz für den freien Geist des freien Berliners. Ein Zentrum für Inspiration, Kreativität und Leidenschaft. Ein Ort, an dem jeder das machen kann, was er möchte:

Eingangsbereich Wandelism

Die Organisatoren schaffen den Rahmen, die Künstler sind kreativ bei Wandelism: Jeron bei der Arbeit ©AusserGewöhnlich Berlin

Die Organisatoren schaffen den Rahmen. Die Künstler machen das, was sie lieben. „Wir kümmern uns um die Infrastruktur und organisieren das Material für die Künstler. Wir sind da, wenn sie uns brauchen. Je mehr Freiheit wir dem Künstler ermöglichen können, desto eher kommen wir in die Logik von Wandelism.“, erklärt Moritz.

Ein lautes Geräusch tönt durch die riesige Halle. Die Eingangstür ist zugefallen. Ein Mann mit Maske und Schutzanzug betritt den Raum. Schlurfend geht er auf die drei zu und begrüßt sie mit einem Handschlag. Nachdem er Tape organisiert hat, schlurft er weiter.

„Kunst muss frei sein. Das deckt sich mit der gesamten Idee Berlins. Diese Stadt definiert sich nicht dadurch, dass hier alles immer schön in einer Ordnung ist. In der Unordnung findet das Genie seine Kraft.“, fährt Moritz mit konzentriertem Blick fort.

Künstler bei Wandlism in der Wilhelmsaue

Die Künstler Anton Sieber und Leo Müller 3 Wochen vor der Eröffnung von Wandelism in der Wilhelmsaue ©AusserGewöhnlich Berlin

Das Projekt finanziert sich über Spenden und Führungen. 70 Prozent der Einnahmen gehen an die Künstler und 30 Prozent kommen sozialen Projekten zu Gute: Der Verschönerung der AWO Kita Kinderwald und dem Otto Spielplatz in Moabit. Die Künstler machen Workshops gemeinsam mit den Kindern und gestalten die Wände.

Gerne können sich weitere Kitas und soziale Projekte bei Wandelism Street Art melden, wenn sie sich einen neuen Anstrich wünschen. Ebenso alle Künstler, Tänzer und leidenschaftlichen Berliner, wenn sie Teil des Ganzen sein wollen! Schreibt einfach eine Mail!

Künstler gestalten Wände bei Wandelism

Der Künstler Parisurteil: Bunte Wände und abgefahrene Kunst bei Wadelism ©AusserGewöhnlich Berlin

Wandelism Street Art ist ein kreatives Berliner Projekt, das Menschen und Ideen verbindet und zeigt, was Berlin wirklich bedeutet: Eine Stadt, in der jeder frei seinen Weg gehen und den Auswüchsen seines Herzens folgen kann. Weiter so!

Kfz-Werkstatt Wilhelmsaue

Die Kfz-Werkstatt in der Wilhelmsaue 32 wird zur Street Art Ausstellung ©AusserGewöhnlich Berlin

Zum Schluss noch 4 Fragen an die Jungs von Wandelism Street Art:

Was wünscht ihr euch für die Kunst und für Berlin?

Señor Schnu: Freiheit.

Baye: Mehr Aufmerksamkeit und mehr Unterstützung für den einzelnen Künstler.

Moritz: Ein Verständnis dafür, dass alle gewinnen, wenn die Kunst ihre Freiheit behält und nicht zu einem Machtinstrument von Monopolstrebenden wird. Kunst ist kein Werkzeug, um Geld einzunehmen, sondern etwas, wodurch die Stadt gewinnt. Künstler sind frei und das sollen sie auch bleiben.

Baye: Denn wer Kunst macht, macht das seiner Kunst zu Liebe.

Wandelism Mitorganisatoren Moritz Tonn und Baye Fall

Moritz Tonn und Baye Fall bei Wandelism ind er Wilhelmsaue 32 ©AusserGewöhnlich Berlin

Was unterscheidet euch von anderen Kunstprojekten?

Señor Schnu: Was ich unbedingt herausstellen möchte ist, dass es ein Berliner Ding ist. Da heben wir uns von anderen ab. 90 Prozent unserer Künstler sind in Berlin ansässig, die Sponsoren sind aus Berlin, das Projekt ist in Berlin und es ist für Berlin.
Und jeder, der sich hier vorgestellt hat, hat einen Platz bekommen. Egal, ob das der krasseste Graffiti-Typ ist, der seit über 40 Jahren im Business ist oder jemand, den keiner kennt.

Wandelism Berlin Wilhelmsaue

Wandelism ist in Berlin und für Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Lohnt sich der Aufwand? So viel Arbeit für eine Woche Ausstellung?

Baye: Auf jeden Fall. Es ist wichtig, was der Einzelne daraus macht. Wenn wir schon allein 10 Leute von der Masse erreichen und die daraus etwas machen, dann ist das super.

Señor Schnu: Es geht hier nicht um eine Woche. Ich sehe in die Zukunft. Wenn wir ein geiles Projekt machen, dann können wir in der Zukunft auf jeden Fall noch mehr machen.

Moritz: Und wenn Unternehmen wie Diamona & Harnisch durch so etwas auf Kunstprojekte aufmerksam werden, ist das ein Geschenk für die Stadt. Dann werden noch mehr Räume für Kunst geschaffen. Und wir Künstler malen nicht nur Blumen und Bärchen an die Wand. Wir versuchen Gedankenstrukturen aufzubrechen und zu hinterfragen. Und das ist sinnbildlich für Berlin.

Die Organisatoren von Wandelism in der alten Kfz-Werkstatt

Die Organisatoren von Wandelism: Marlon Schatte, Jerome Graff, Senor Schnu, Baye Fall und Moritz Tonn ©AusserGewöhnlich Berlin

Was braucht ihr noch?

Señor Schnu: Wir zeigen, was man in 6 Wochen ohne Geld schaffen kann, aber mit wäre es natürlich schöner. Wir haben eine Crowdfunding-Kampagne, aber freuen uns über jegliche Form der Unterstützung.

Wenn ihr euch ansehen wollt, wie Berlin tickt und was freie Berliner Künstler auf die Beine stellen können, dann kommt zu Wandelism in die Wilhelmsaue und seht es euch an!

Eine Führung empfehlen wir unbedingt!

Wandelism Street Art Exhibition

Eröffnung: 17.03.2018 um 15 Uhr
18.03. bis 24.03. von 12-20 Uhr
Wilhelmsaus 32, 10713 Berlin

Laura Kirsten und Änni Polster von AusserGewöhnlich Berlin

Das Interview führten Laura und Änni von AusserGewöhnlich Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

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