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sinnaptic: Hilft dem Gesundheitswesen in Digitalisierungs-Sachen

Die Revolution des deutschen Gesundheitssystems – sinnaptic

Wie das Gesundheitswesen in Zukunft aussehen könnte, das verrät uns der AusserGewöhnliche Berliner Michael Birnstock von sinnaptic.

Welche Veränderungen sind aktuell im Gesundheitswesen notwendig und warum?

Sinnaptic: Das Gesundheitswesen in Deutschland ist ein sehr komplexes System und befindet sich im Wandel, der sich in den kommenden Jahren massiv beschleunigen wird.

Digitalisierung, Fachkräftemangel, die Diskussion um die notwendige Anzahl von Krankenhäusern und der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung auf der Fläche in Deutschland und demografischer Wandel, um nur einige der Buzzwords zu nennen. Kliniken, ambulante Versorger und Krankenkassen müssen sich diesen Veränderungen stellen.

Was macht eigentlich sinnaptic? Ihr werbt mit #techevolution, #mindevolution und #flexevolution?

Sinnaptic: Wir beraten Einrichtungen im Gesundheitswesen bei Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung (#techevolution).

Wir unterstützen sie in der Anpassung der Prozesse, der Auswahl der für sie richtigen digitalen Anwendungen und begleiten sie dabei, ihr Personal an digitale Veränderungen heranzuführen (#flexevolution). Besonderen Wert legen wir dabei auf das Thema Unternehmenskultur (#mindevoultion), denn aus unserer Sicht ist gute Unternehmenskultur kein Hygienefaktor, sondern die Voraussetzung, um erfolgreich am Markt bestehen zu können.

sinnaptic steht für Veränderungen im Gesundheitswesen im Sinne der Patienten und Mitarbeiter. Wir sind ein deutschlandweit vertretenes Unternehmen mit Standorten in Berlin, München und Dortmund. Unser Team besteht aus Beratern, Coaches, Trainern, Digital-, Gesundheits- und Marketingexperten.

Und wie macht ihr das?

Sinnaptic: Ein Bespiel: Kliniken und Krankenkassen sind im Wesentlichen noch immer sehr hierarchisch organisiert. Daran muss sich etwas ändern, um attraktiv für Mitarbeiter zu bleiben und um neue Mitarbeiter zu finden.

Wir helfen Führungskräften, die Zusammenarbeit so auszurichten, dass Mitarbeiter Spaß an der Arbeit haben. Wir unterstützen dabei, dass Abläufe und IT-Systeme die Arbeit erleichtern und so Mitarbeitern im Krankenhaus wieder mehr Zeit für sich und ihre Patienten haben. Fühlen sich Mitarbeiter im Krankenhaus wohl, wirkt sich das auch positiv auf die Betreuung der Patienten aus.

Dabei arbeiten wir mit unseren Kunden auf Augenhöhe, gehen gemeinsam Problemstellungen an, verfolgen große Ziele in kleinen, schnellen Schritten, die messbar sind und bereits nach kurzer Zeit spürbare Ergebnisse bringen. Und wir gehen gemeinsam mit unseren Kunden den Weg in die Umsetzung – sei es permanent als Projektleiter oder -Manager oder auch nur punktuell in Workshops und Trainings oder als Coaches.

Michael Birnstock

Wer kann sich an euch wenden?

Jeder, der im Gesundheitswesen aktiv ist: Krankenkassen, Medizinische Dienste, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Sozialversicherungsträger, Behörden

Wie sieht die Zukunft des Gesundheitswesens aus: Wird alles digital? Muss man in Zukunft überhaupt noch zum Arzt gehen?

Sinnaptic: Ganz klare Antwort: Jein. Digitalisierung bietet enorme Chancen, das Gesundheitswesen zu stärken, wie einige Beispiele belegen:

Automatische Abfrage von Rettungswagen, wo das nächste freie Bett zu Verfügung steht spart wertvolle Zeit. Die Nutzung von Sprachassistenten zur Erstdiagnose entlastet Ärzte und gibt ihnen die Zeit, sich auf komplexe Fälle zu konzentrieren.

Routinearbeiten, wie Dokumentation von Patientendaten oder der Aufnahme- und Patienten-Journey-orientierte Prozesse in einer Klinik, werden durch Digitalisierung effizienter und gleichzeitig sicherer. Ärzte und Pflegepersonal müssen nicht mehr seitenweise Papiere von Hand ausfüllen, gewinnen so wieder Zeit und können sich um das kümmern, was eigentlich ihre Berufung ist: das Wohlergehen der Patienten.

Bei Krankenkassen erfolgt die Kommunikation zwischen Versicherten und Kasse zunehmend über App und beschleunigt dadurch den direkten Austausch.

Im ländlichen Raum bietet Digitalisierung enorme Chancen durch Videosprechstunden. Dabei müssen Patienten nicht kilometerweit fahren, sondern können sich per Videochat mit einem Arzt austauschen.

ABER: Die Digitalisierung wird nicht den menschlichen Kontakt ersetzen, schafft aber mehr Zeit für die Versorgung am Point of Care.

Zum Thema Netzwerken: Die Digitalisierung könnte eine Erleichterung für Krankenkassen, Krankenhäuser etc. bedeuten. Denn notwendige Schnittstellen wie Ärzte, Kliniken und Versicherungen können schneller ins Gespräch kommen. Aber ist es wirklich eine Erleichterung? Was sind die Vor- und Nachteile?

Die Digitalisierung bietet enorme Vorteile im Austausch zwischen allen Beteiligten wie Ärzten, Krankenkassen, Kliniken etc. So müsste ein Patient, der vom Hausarzt in die Klinik eingewiesen wird, nicht mehr lange Fragenbögen ausfüllen, neben  der OP kann parallel sofort eine Reha-Einrichtung gefunden werden und bei Aufnahme des Patienten dort liegen alle Untersuchungswerte vor. Parallel läuft bereits die Abrechnung mit dem Kostenträger. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die technischen Systeme kompatibel miteinander sind (Integrating the Healthcare Enterprise (IHE)). Im Moment gibt es eine Vielzahl digitaler Anwendungen, die eingeführt oder getestet werden – und diese „sprechen“ häufig nicht miteinander. In einigen Häusern gibt es mehrere Systeme mit der gleichen Funktion aber komplett anderem technischen Aufbau. Statt den Prozess zu vereinfachen, wird die Komplexität erhöht.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Digitalisierung ist es, die Mitarbeiter frühzeitig einzubeziehen. Das wird oft vergessen. Das Resultat: neue Systeme kommen nicht zur Anwendung, weil Mitarbeiter im Alltag die Zeit fehlt, sich mit der Technik auseinanderzusetzen weil sie Angst haben, Fehler zu machen, weil die Technik nicht benutzerfreundlich ist oder einfach, weil es das Xte System ist – und die anderen „ja auch nichts gebracht haben“.

Das E-Health-Gesetz regelt eine Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen: Ärzte können alle Gesundheitsdaten online einsehen, die der Patient freigibt. Aber nur in der Theorie. In Deutschland ist das aufgrund der DSGVO nicht möglich. Wie bewerten Sie das?

Wir sind von der Idee des E-Health-Gesetzes überzeugt. Das ist die Zukunft. Ein Blick in Länder wie Dänemark oder Estland zeigt klar die Vorteile auf: es ist eine schnellere und zielsichere Behandlung von Patienten möglich, Daten zum Beispiel zu Vorerkrankungen oder Allergien, Ergebnisse von Röntgen- oder MRT-Untersuchungen  können so direkt von einem Arzt zum nächsten weitergegeben werden bzw. von den Behandlern nach Einwilligung des Patienten eingesehen werden (Digitale Patientenakte). Mögliche Fehler können dadurch verhindert werden.   Oder wissen Sie noch, wann ihre letzte Röntgenuntersuchung war oder wann die nächste Impfung fällig ist…?

Klar ist aber auch, dass es einer eindeutigen Regelung bedarf, um zu verhindern, dass Patienten durch die Transparenz Nachteile bspw. bei Versicherungen, Arbeitgebern oder Geldinstituten entstehen.

Was könnte das Land Berlin tun, um den digitalen Wandel im Gesundheitssystem zu unterstützen?

Es gibt einiges zu tun: Berlin sollte gezielt in die Förderung kleiner innovativer Unternehmen investieren und nicht in etablierte Beratungen, die immer mit den alten Konzepten im neuen Mantel daherkommen. Ausschreibungen kommunalerKliniken z.B. sollten so aufgebaut sein, dass auch junge innovative Unternehmen die Chance haben teilzunehmen. Damit würde Berlin noch mehr seinem Ruf eines Innovationsstandorts gerecht werden.

Vielen Dank für das Interview. Wir freuen uns schon auf den Salon bei sinnaptic.

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