Überfremdung: Warum jeder Schwaben in Berlin hasst

Warum Berlin Schwaben hasst.

Schwaben, dieses seltsame Volk, das irgendwo im Alpenvorland haust, emigriert nach Berlin. Doch die Ureinwohner wollen keine Schwaben in Berlin. Denn der Schwabenhass hat mehr Gründe als nur Überfremdung.

Schwaben in Berlin
Absoluter Schwabenhass: Schwaben in Berlin haben es nicht leicht. (Foto: (CC BY-NC 2.0) Mika Meskanen)

Schwabenhass-Faktor #1: Die Sprache

Mit dem Umgang mit Touristen sind Berliner geübt. Fast täglich fragen einen verwirrte Asiaten, Amerikaner, Asiaten und Co. nach dem Weg. Auch Antworten auf Englisch sind für den Durchschnittsberliner kein Problem. Anders sieht es da mit Schwaben aus. Sie brabbeln in einer dem Berliner unverständlichen Sprache und sagen Sätze wie

Wo isch denn der Bundestag?“

oder „Geit’s hier au was zum Essa oder muss i’s Maul an’d Wand na schla?“. Eine  Kommunikation bleibt also unmöglich.

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Schwabenhass-Faktor #2: Der Geiz

Das schwäbische Motto: „Wenn mer was gäbat, gäba mer viel. Aber mir gäbat nix“, kommt beim Berliner nicht gut an. Kein anderes Volk ist so bedingungslos gegenüber dem Punk am Alex oder der bettelnden Oma in der U-Bahn. Doch noch viel schlimmer: Der sparsame Schwabe in Berlin drohte sogar Silvester zu ruinieren. Die geizigen Menschen aus dem Alpenvorland schießen nämlich weder Raketen noch Böller. Sie schauen lediglich den anderen dabei zu:

Des kost‘ schließlich nix.“

Dank dem Einsatz der Berliner Bevölkerung konnte dieses Mal ein stilles Silvester auf den letzten Drücker verhindert werden. Bei den schwäbischen Zuwanderungsraten ist jedoch das nächste in Gefahr.

Schwaben in Berlin
Berliner vs. schwäbische Küche. (Foto: (CC BY-NC-SA 2.0) aesthetics of crisis)

Schwabenhass-Faktor #3: Die Küche

Todsünde Number One: Schwaben in Berlin sind keine Freunde der Currywurst. „Da isch mer zu viel Gwürz drin“, sagt der durchschnittliche Gelbfiaßler (= Synonym für Schwabe) zum traditionellen Gericht der Hauptstadt. Stattdessen konsumiert er „Mauldäscha“ (= Maultaschen) in rauen Mengen.

Da kein Berliner Restaurant diese kulinarische Spezialität im Angebot hat und Essen gehen dem Schwaben ohnehin zu teuer ist, schadet der Schwabe der Berliner Wirtschaft. Denn: Auf seinen Besuchen in der Heimat importiert er die Zutaten für seine gewöhnungsbedürftige Küche. Und greift beim Kochen durch die aufsteigenden Dämpfe die Geruchsnerven des empfindlichen Urberliners an.

Schwabylon in Berlin
Mutiert Berlin zu Schwabylon? (am U-Bahnhof Kottbusser Tor) ((CC BY-SA 2.0) onnola)

 

Ein freundschaftliches Zusammenleben bleibt aufgrund dieser unüberwindbaren Differenzen wohl weiterhin Utopie. Nicht umsonst hat sich in Berlin am Prenzlauer Berg längst eine schwäbische Parallelgesellschaft – ein richtiges Schwabylon – entwickelt.

Der Schwabenhass des Ur-Berliners artet mittlerweile sogar in Anschläge aus: Die Statue des Augsburger Dramatikers Bertold Brecht vor dem Berliner Ensemble wurde Ende Dezember 2014 mit Kartoffelsalat und Bouletten beworfen. Doch auch die Schwaben in Berlin selbst eskalieren: Im Jahr 2013 bewarfen sie die Statue von Käthe Kollwitz am Kollwitzplatz mit Spätzle. Einige Schwaben bekannten sich zu dem Attentat und forderten:

Der Kollwitzplatz als Zentrum der Berliner Schwaben soll schwäbisch werden.“

Schwaben in Berlin
Der Berliner hat doch ein Herz für Schwaben in Berlin. (Foto: (CC BY-NC-SA 2.0) Doro Martin)

Noch im gleichen Jahr antworteten die Berliner mit einer Currywurst-Attacke auf die Statue des schwäbischen Philosophen G.W.F. Hegel am Hegelplatz. Diese gegenseitigen Angriffe könnten als Schwabenhass gedeutet werden.

Es sind aber viel mehr nett gemeinte Versuche der Urbevölkerung, die Schwaben in Berlin doch noch an die kulinarischen Highlights der Hauptstadt zu gewöhnen und sie so endlich zu integrieren. Der Beweis: Die Jungen Liberalen Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln fordern mittlerweile mit einer Kampagne „Ein Herz für Schwaben“.

17 Kommentare zu “Überfremdung: Warum jeder Schwaben in Berlin hasst

    1. Unsere Schwäbin in der Redaktion sagt: „Des seit mer für beide. Bei uns dahoim seit mer des vor allem zu de Württaberga Schwoba“.
      Wir wissen zwar nicht, was sie damit meint – aber sie wirkt überzeugt.

    1. Erst ab dem 19. Jahrhundert gibt es überhaupt die Unterscheidung zwischen Badnern und Schwaben. Vor der Gebietsreform Napoleons bezeichneten sich auch die heutigen Badner als Schwaben.

  1. Wer – bitte schön – ist der „Berliner Ureinwohner“?
    Wer ist „die Berliner Bevölkerung“ (indem die hinzugezogenen Schwaben davon ausgenommen werden)?
    Wie kommen Sie auf die befremdlichen Feststellungen, dass dieses „seltsame Volk irgendwo im Alpenvorland haust“ oder dass „Der Kollwizplatz als *Zentrum der Schwaben“ (in Berlin – ist er das? – schwäbisch werden soll“? – Was meinen Sie mit „schwäbisch werden“? Wie ist er denn der Kollwitzplaz jetzt, und wie soll(te) er dann sein?

    Die Diskussion um den (angeblichen) Schwabenhass führen wir seit Jahren. Es ist nicht nachvollziehbar, was mit den nun hier erfolgten Ansammlungen altbekannten Foto- und Textmaterials gesagt oder ausgelöst oder gar richtig gesetllt oder gar als Fazit festgestellt werden könnte, um daraus eine möglicherweise Erkenntis abzuleiten?
    Das hier ausgestellte Material erinnert mich an das, was man im Journalismus „Zeilenschinderei“ nennt….(vielleicht muss das ja nicht erläutert werden)

    Fern jeglichen Lokalpatriotismus‘ denke ich, dass das Thema, falls es denn noch eines ist, ein Tieferschürfen eher verdient hätte anstatt oberflächlichen Geplänkels aus wenig reflektierten Wiederholungen. Und was die Küche betrifft, sei nebenbei bemerkt, ist diese (in Mitteleuropa) überall da kultiviert, wo die Römer waren. Sich auf „Ur-Berliner“-tum zu beziehen und dann eine südeutsche Küchenkultur als Hassfaktor zu bezeichnen (gegenüber einer „Berliner Küche“ (gibt s die überhaupt?) könnte eher als ein Zeichen journalistischer Hilflosigkeit gedeutet werden.

    Leute, es passiert soviel auf der Welt tatsächlich (auch in Berlin) das berichtenswert sein könnte….
    Heilix Blechle no amol

  2. Einen solchen entsetzlich dummen Artikel. über die Schwaben habe ich mein Leben lang noch nie gelesen. Dieser Artikel strotz geradezu vor Unwissenheit. Ich empfehle der Dame sich einmal über die Schwaben gescheit zu machen. „Deutschland Deine Schwaben“ bietet sich geradezu an. Wenn man so superklug ist sollte die Berichtschreiberin auch in der Historie wandeln und etwas über Schwaben und Alemannen lesen. Die Sätze, die sie im Artikel anführt sind keineswegs Stuttgarter schwäbisch, so das gemeint sein sollte. „Frau Beer, kommet si doch a bissle zu mir ond i werd ehne Schduagerter schwäbisch beibrenga.“ Hoffentlich können Sie das als sachverständige Berichterstatterin auch lesen.
    Und dann bitte. erkundigen Sie sich einmal woher der Name Gelbfiasler stammt. Das ist kein Schimpfwort, sondern eine Feststellung. – MO schreibt das Wort „Badenzer“: Diese Wort sollte man tunlichst vermeiden auszusprechen!!
    Und „Heilix Blechle no amol“ . wie oben genannt, kann sehr ernst gemeint sein.
    Adele zamma.

      1. Liebe Redaktion, hier ist noch was zum Thema „Schwaben“
        Das ist in Anführungszeichen gesetzt, denn man darf Staatsangehörigkeit und Stammeszugehörigkeit nicht verwechseln. Staatsangehörigkeit ist amtlich. Stammeszugehörigkeit ist gewachsen Kurzum außer den württembergischen, bayrischen, preußischen, österreichischen und französischen Schwaben gibt es welche, die keine sein wollen: die Alemannen. Es würde zu weit führen dies zu erklären. Das kann man nachlesen bei Alfred Weitnauer: „Auch Schwaben sind Menschen“. Zur weitern Irreführung: Der
        Regierungsbezirk Schwaben ist aber in Bayern so um Augsburg herum. Genauso wenig ist unser Hauptbahnhof: Der schwäbische Bahnhof ( aus der Zeitung) , sondern: der Stuttgarter Hauptbahnhof Eine weiterführende Literatur ist: „Der schwäbische Zar“ von Paul Sauer. (Mit dem Zaren ist König Friedrich I. gemeint). Da erfährt man auch, dass Württemberg einmal bitterarm gewesen ist. Ein tolles Büchlein ist von Bob Larson „Your Swabian Neighbors“.Das ist hochinteressant und sehr unterhaltsam in englischer Sprache geschrieben. Alle Bücher sind sehr zu empfehlen.
        Die Maultaschen werden oft als „Herrgottsbscheisserle“ bezeichnet, weil der Herrgott das Fleisch, da drin ist nicht sehen soll. Das ist dumm und falsch dazu, denn der Herrgott sieht alles, also durch den Teig in die Maultaschen hinein. Besagte Maultaschen waren früher ein armer Leute Essen. Wenn ich dann durch die Medien erfahre: Der Nudelteig wird gefüllt mit Äpfel, Haselnüsse und Rosinen, oder gar nur Karotten und Spinat dreht es mir glatt den Magen um. Oder noch besser: ein Stuttgarter Gastronom beabsichtigt eine Labskausfüllung in den Nudelteig zu packen. Das sind kastrierte Maultaschen und nichts anderes. Stellet doch die Maultaschen nach Omas und Mutters Überlieferungen her, oder guckt ab und zu in das Kienle – Kochbuch.
        Ja – die Erklärung des „Gelbfiasslers“ fehlt immer noch. Nachhilfe: die Schwaben werden keinesfalls als Gelbfiassler bezeichnet.
        So und nun lasset Euch die Maultaschen in der Brühe, geschmälzt oder geröstet mit und ohne schwäbischem Kartoffelsalat, aber nicht aus dem Kühlschrank, schmecken.
        Griasle Luzifer

  3. Aufgrund dieses geistig minder bemittelten, gespickt mit Unwahrheiten und schwäbischen Rechtschreibfehlern Gesülze einer definitiven Nicht-Schwäbin sondern eventuellen schwäbisch-badischen Grenzgängerin sollte man doch absolut dringend den Länderfinanzausgleich zwischen den Bundesländern überdenken und die Zahlungen mit sofortiger Wirkung einstellen. Dieser hier verfasste Schwachsinn ist definitiv nicht geeignet, innerdeutsche Beziehungen zu verstärken.
    Ohne Gruß

      1. Liebe Redaktion,
        so lustig war das gar nicht gemeint – es gibt hier in Süddeutschland durchaus immer stärker werdende Tendenzen in Bezug auf den Länderfinanzausgleich. der schleunigst abgeschafft werden sollte.

        1. Wir sind absolut derselben Meinung: Der Länderfinanzausgleich muss neu diskutiert werden. Berlin muss, ähnlich wie Griechenland, einen Fahrplan erstellen, bis wann die Transfers gehen sollen. Berlin darf nicht auf ewig wie ein Hilfsempfänger handeln, sondern wie ein Unternehmer, dem man zwar Kredit gibt, der ihn aber auch irgendwann abbezahlt.

  4. Selten so einen dümmlichen Quark gelesen. Es sind solche Artikel, die den Schwabenhass (so es ihn denn gibt) fördern und „unüberwindbare Differenzen“ herbeireden. Den „Urberliner“ als „empfindlich“ zu bezeichnen, hat sich auch noch niemand verstiegen. Wenn es einen Typus gibt, dann den ruppigen Berliner mit der sprichwörtlichen „Berliner Schnauze“ (aber „mit Herz“).
    Geradezu aberwitzig ist die Tirade aus Berliner Sicht gegen die schwäbische „gewöhnungsbedürftige“ Küche. Ganz Süddeutschland ist im Vergleich zu Norddeutschland/Preußen kulinarische Hochkultur. Wenn man natürlich ausschließlich Maultaschen kennt, glaubt man vielleicht wirlklich, die Schwaben würden sie „in rauen Mengen“ vertilgen (etwa so wie die Berliner ihre Currywurst?). Aber natürlich haben manche Berliner Restaurants Maultaschen im Angebot. Es gibt sogar eine „Maultaschenmanufaktur“ samt Restaurant. „Berlins Kulinarische Highlights“ hingegen sind mir in über fast vier Jahrzehnten noch nicht untergekommen.
    Viel weiteren Unsinn, Vorurteile und Gemeinplätze haben die anderen Konnentatoren schon gegeißelt.
    Fazit: Den Text rasch löschen. Und den Autor/die Autorin erstmal auf Reisen schicken, damit er/sie mal was anderes zu sehen bekommt und etwas Urteilskraft und Menschenkenntnis entwickeln kann. Und sich hinterher für das Geschreibsel ordentlich schämt.
    Und was das populistische Geschwafel um den Länderfinanzausgleich betrifft: Dessen Ursache, Sinn und Wirkungsweise scheint die Redaktion nun wirklich nicht begriffen zu haben. Seufz.

  5. Ich als reingeschmeckter Schwabe, der inzwischen fast 5 Jahrzehnte im wunderschönen Schwabenland zubringen durfte, habe mich ob der herrlichen Vorurteile wunderbar amüsiert.
    Das Denken in Schubladen schont ja bekannter weise das Gehirn.

    #1: Die Sprache
    Um schwäbisch, seinen vielen schönen Naturlauten und den bezaubernden Verniedlichungen folgen zu können, bedarf es natürlich eines gewissen Intellekts und viel Sprachgefühl. Und genau Gefühl, das ist es, was Schwäbisch dem Berlinern voraus hat. Während man in Berlin gefühllos „pichelt“ geht der Schwabe mit viel Genuss „a Viertele schlotza“, während der Berliner seiner Angebeteten ein kühles, hart klingendes „Ick liebe dir“ ins Ohr stöhnt, glänzt der Schwabe mit einem romantischen und etwas tierisch wilden „Schätzle, i lieb di so saumässig“.

    #2: Der Geiz
    Das der Berliner weit weg von sparsam ist, ist nicht nur im Schwabenland wohlbekannt. Und Sparsamkeit ist im Ländle der Häuslesbauer ein wertvolles Gut, das hat aber mit Geiz nichts zu tun, denn wir müssen ja sparen, damit Berlin nicht verhungert, was mich nun zum wichtigsten Thema kommen lässt:

    #3: Essen
    Menschen, die aus einem Stück Fleisch, welches hätte eine herrlich knusprige Schweinshaxe werden können, ein unansehnliches rosa schwabbeliges Eisbein machen, Menschen die Himbeer- oder Waldmeistersirup ins Bier und Mayonaise in den Kartoffelsalat kippen, Menschen, denen man Jahrzehnte lang beibringen musste, wie man eine Brezel macht, eine Laugenweckle oder leckere Spätzle, sollten sich nicht über unsere vielfältige schwäbische Küche lächerlich machen.

    Und das es keine Maultaschen in Berlin gäbe… hah. Es gibt sogar hervorragende, selbst und frisch gemacht, mitten in Berlin in einem sehr gemütlichen Lokal… dessen Name ich aber besser für mich behalte, weil ja eh schon viele Berliner Schlange stehen um mal was Anständiges zu essen zu bekommen… 😉

    Ein freundliches Adeele nach Südschweden
    Jacques 🙂

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