David gegen Goliath – Roman Kaupert kämpft gegen die Ungerechtigkeiten der Corona-Krise.

Alarmstufe Rot! Der Berliner Mittelstand steht vor dem Abgrund. Mit Hilfe von #wirsindberlin kämpft Roman Kaupert gegen die unfaire Verteilung der Coronahilfe.

Die Straßen von Berlin sind wieder halbwegs belebt. Die Restaurants machen schrittweise wieder auf, doch die Corona-Krise ist noch nicht vorbei.
Die Berliner Kultur und Wirtschaft wurde in den letzten Wochen weitestgehend in ein künstliches Koma versetzt.
Wie viele andere auch, kämpfen auch einige AusserGewöhnliche Berliner gerade um ihre Existenz.

Der AusserGewöhnliche Berliner Roman Kaupert von ZEPTER&KRONE hat die Nase voll. Deshalb hat er Wir-Sind.Berlin gestartet.

Wir trafen uns mit Kaupert und er erzählte uns, wie schlimm die Lage sei: “Selber habe ich 30 Mitarbeiter, die ich teilweise seit 2 Monaten nicht gesehen habe. (…) Nur weil ich 30 Leute habe, heißt das nicht, dass ich kein Solo-Selbstständiger bin. Als geschäftsführender Gesellschafter zu 100% fühle ich mich gerade sehr solo, sehr alleine. Nur, weil ich über 10 Mitarbeiter habe, sollte es für meine Gesellschaft, wie für rund 14.000 andere, keine Soforthilfen geben? Viele haben doch die identische Herausforderung, dass die Kunden nicht mehr kommen oder zahlen können, doch die Betriebskosten trotzdem weiter laufen.”

Der Berliner Senat hat mit verschiedenen Soforthilfe-Paketen Solo-Selbständige, Kleinunternehmen, Kulturbetriebe und andere berücksichtigt.
Es fing an mit Soforthilfe 1.  Na klar, war Hilfe 1 sofort „vergriffen“.
Soforthilfe 2 ist für die Solo-Selbstständigen und Kleinunternehmer bis 10 Beschäftigte. Hilfe überall, von ganz klein, bis ganz groß:

“Bei den  Großunternehmen hört man ständig ´eine Milliarde da, Rettungsschirm dort´. Doch man hat den Eindruck, in der Mitte wurde etwas vergessen.” protestiert Kaupert. 

Mitten in der Krise hat Roman die Initiative ergriffen und politische Verantwortung übernommen.

Wir kennen das gut. Berlin ist  groß geworden durch Menschen, die nicht gewartet haben, bis die Regierung etwas tut, sondern die selber etwas tun.

Roman Kaupert: “Schon damals auf dem Schulhof konnte ich mit Ungerechtigkeiten nicht umgehen” Ich war damals schon auf der Seite des Schwächeren.” 

Aus der empfundenen Gerechtigkeitslücke wurde Mut, aus Mut wurde Aktion: Roman begann, sein Netzwerk abzutelefonieren.

“Ich habe ein gutes Netzwerk von Menschen, von Unternehmerinnen und Unternehmern,von Macherinnen und Machern.” sagt er stolz.

Während sich das Land Berlin und der Bund den Ball der Zuständigkeit hin und her spielen, geht jetzt viel Zeit verloren, die der Berliner Mittelstand nicht hat.

Aus dieser Erkenntnis entstand Romans Initiative #wirsindberlin

Mit der Kampagne fordert Roman Kaupert eine Lösung für den in den Abgrund rutschenen Mittelstand:
Um die bestehende Rettungslücke zu schließen, benötigt der Berliner Mittelstand jetzt ein Soforthilfe-Programm mit Zuschüssen (nicht zurückzuzahlen), das komplett neu mit ausreichend Liquidität aufgelegt und unbürokratisch ausgekehrt wird – auch an alle mittelständischen Unternehmen mit über 10 Beschäftigten.

Auch wir können die Aktion weiter unterstützen. Zum Beispiel, indem wir Zitate bereitstellen, die veröffentlicht werden können, indem wir die Story teilen und publik machen. Und indem wir der Politik helfen, Berlin besser zu machen. Denn ohne uns wird´s wohl nichts werden.

 

Ähnlich wie Kaupert geht es unserem Freund Ralf Steinacker.

Ralf leitet das Spreegold Restaurant am Zoo. Mit zwei weiteren Restaurants und einer Cateringfirma hat er mehr als 120 Mitarbeiter, die im Moment zum größten Teil zuhause sind. 

“Die Krise hat uns  ca. 600.000€ gekostet.” sagte uns Ralf. 

Steinacker war bei dem Hilfspaket 1 zügig dabei. Er hat schnell ein Darlehen bekommen, welches er in 2 Jahren wieder zurückzahlen muss.
Vor Corona war eigentlich geplant, noch zwei weitere Läden zu eröffnen.
Jetzt ist er mitten in der Krise verschuldet und wieder gute zwei Jahre zurückgesetzt.

“In den zwei Läden habe ich knapp 10% meines regulären Umsatzes, hier am Zoo sind es knapp 3%.” erklärt uns Ralf.

Niemand weiß, selbst wenn die Restaurants wieder regulär öffnen, wie viele Gäste kommen werden. Die Straßen sind zwar wieder halbwegs voll, aber die meisten haben immer noch Angst, die Läden zu betreten. Die Ungewissheit macht allen zu schaffen. Auch Ralf merkte, wie wichtig es ist, jetzt ein gutes Netzwerk im Rücken zu haben. 

Ralf Steinacker: “Wir haben eine Initiative gegründet, zusammen mit unseren Hamburger Kollegen. “Wir nehmen euch beim Wort”- ein Aufruf an den Senat, uns einfach mal anzusprechen, um zu sagen, wir können da, da und da helfen. Wir könnten alles Mögliche machen, ihr müsst nur mit uns reden.”

Das Fazit:

Es ist an der Zeit, die Reihen zu schließen, zusammen zu rücken und die Berliner besser zu koordinieren.
Initiativen müssen untereinander abgesprochen werden, damit wir den Leuten im Roten Rathaus ein wenig Feuer machen können.
Wir können nicht erwarten, dass die Politik die Krise alleine managed. Sie wollen zwar, aber schaffen es nicht. Wir schaffen es nur gemeinsam.

Unser jetziges Motto sollte lauten: “Habt ihr gut gemacht, aber jetzt lasst uns mal ran!”
Wir sind diejenigen, die stehen bleiben, wenn andere weg ducken. Wir sind diejenigen, die zur Not die Tür eintreten. Die selbständigen, engagierten Bürger, die ihre Stadt selber managen können und wollen.

Wir müssen lauter werden und wir müssen stärker werden. Wir sind schon jetzt eines der aktivsten Berliner Netzwerke.

Dies sollte die Basis sein, um die Aktiven Berlins zusammen zu bringen und eine neue Ära in dieser Stadt einzuläuten. Eine Ära der Gemeinsamkeit, des neuen Miteinanders und der Erkenntnis, dass es unser aller Berlin ist.

 

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