Das RAW Gelände ist die Anlaufstelle für Subkulturen

Das R.A.W. Gelände in Berlin-Friedrichshain. ©AusserGewöhnlich Berlin

Die zwei Gesichter des R.A.W. – Lauritz Kurth

Wie es mit dem R.A.W. weiter geht, erzählt uns der neue Inhaber Lauritz Kurth im Interview.

Die Zukunft des R.A.W. Geländes
Das R.A.W. Gelände in Berlin-Friedrichshain. ©AusserGewöhnlich Berlin

Berlin ist ständig im Wandel: Diesem Wandel wird sich auch das R.A.W. Gelände in naher Zukunft unterziehen. Wie es mit dem R.A.W.  weiter geht, erzählt uns der neue Inhaber Lauritz Kurth im Interview. 

Auf dem R.A.W.  Gelände wird entschieden, was die Gegend in Friedrichshain in Zukunft sein will: Techno Strip oder bürgerliche Wohngegend. Was ist Ihre Vision?

Unser langfristiges und nachhaltiges Ansinnen für das R.A.W. Gelände ist eine konstruktive, professionelle und zukunftsweise Entwicklung, natürlich auch mit soziokultureller Nutzung.

Für den Fortbestand dieser soziokulturellen Projekte setzen wir uns aktiv ein, indem wir die entsprechenden Mietpreise subventionieren, die Nebenkosten pauschalieren und diese Projekte aktiv fördern.

Wichtig für das R.A.W. Gelände ist auch eine Tagesnutzung, wie beispielsweise durch die Ansiedlung einer Kita, von Probenräumen und einer Musikakademie in der ehemaligen Radsatzdreherei, von Arbeitsplätzen, Kreativstätten und Anbietern und Versorgern des täglichen Bedarfs sowie durch die Schaffung von Verweilflächen und Grün. Wir sehen hier eine

Mischung aus bunter Freizeit gepaart mit täglichen Bedarfen für Kiez und Besucher.

Die Veränderungen auf dem R.A.W. Gelände werden von der Öffentlichkeit kritisch beäugt. Wie gehen Sie mit dem Druck und den Erwartungen von verschiedenen Seiten um?

Wir sind nicht nur laufend mit den Mietern, sondern auch mit unseren Ansprechpartnern im Bezirk sowie den Parteien im Gespräch. Zudem sehen wir dem für Oktober geplanten Runden Tisch positiv entgegen. Deswegen verspüren wir keinen Erwartungsdruck, eher eine gewisse Vorfreude.

 

Anlaufstelle für Kulturen
Anlaufstelle für Touristen und Einheimische aus aller Welt. ©AusserGewöhnlich Berlin

R.A.W. steht für Subkultur und damit: Was ist an Geld verdienen eigentlich so schlimm?

Honorieren bedeutet für eine erbrachte Leistung etwas bezahlen und damit dieser Leistung Anerkennung zollen und sie entsprechend würdigen. In diesem Sinn ist an „Geld verdienen“ nichts Schlimmes.

Das Gelände besticht in erster Linie durch seine breite Mischung an Nutzungen, die nur teilweise subkulturell sind und durch ihre Attraktivität andere NutzerInnen und Nutzungen anziehen. So sorgen die einen für Anziehungskraft und Charme des Areals und die anderen für die wirtschaftliche Komponente. Es ist weder falsch mit seinem Tun Geld zu verdienen, noch mit seinem Tun Aufmerksamkeit zu erlangen.

Wichtig ist, dass sich beides gut ergänzt und der Mix stimmt, damit die Zukunft gesichert ist.

Das R.A.W. steht für Subkultur. ©Giada Armani
Das R.A.W. steht für Subkultur. ©AusserGewöhnlich Berlin

Wenn Sie sich etwas wünschen dürften: Wie sieht das R.A.W. Gelände in 10 Jahren aus?

Unsere Ziele habe ich ja bereits beschrieben. Generell positiv in Berlin ist der ständige Wandel der Stadt. Das zieht die Menschen und Besucher aus aller Welt an, und wir freuen uns, wenn das R.A.W. Gelände einen – wenn auch nur kleinen Teil – zur Attraktivität der Stadt beiträgt.

Wenn wir uns für das R.A.W. Gelände in zehn Jahren etwas wünschen dürfen, wäre es ein bunter Mix aus Kunst und Kultur, der sowohl Arbeit als auch Hobby beinhaltet, der Arbeitsplätze und Angebote für den täglichen Bedarf, Gastronomie sowie Freizeit und Verweilfläche bietet – also insgesamt ein Anlaufpunkt für Einheimische und Besucher aus aller Welt ist. Wichtig ist uns, dass das Gelände wieder friedlich wird und einen Strauß von Nutzungen und NutzerInnen beheimatet, der das Areal rund um die Uhr konstruktiv belebt,

damit es einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat.

 

Weitere Informationen zur Kurth Gruppe:
Die Kurth Gruppe ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das seit über 50 Jahren komplexe Immobilienkonzepte entwickelt und realisiert. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf gewerblichen Objekten, mehrgeschossigen Wohnanlagen und Funktionsgebäuden. Dabei übernimmt das qualifizierte Team des Unternehmens sämtliche Leistungen von der Projektentwicklung und Realisierung bis hin zu Vermietung und Verwaltung der Immobilien. Auch angrenzende Aufgabengebiete wie Architektur- und Ingenieurwesen zählen zum Leistungsspektrum. Zur Firmengruppe gehören rund 20 Gesellschaften mit Sitz in Göttingen und Berlin sowie an weiteren deutschen Standorten.

Dieser Artikel wurde erstmals im eMagazin AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 10/2016 veröffentlicht.

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