Space 4 Ideas – die Gewinner stehen fest

Mathias Groß über die neuen die Gewinner der Konzeptvergabe Space 4 Ideas.

Pandion-Berlin-Chef Mathias Groß spricht mit uns über Gewinner der Konzeptvergabe Space 4 Ideas.

Mathias, Ihr habt in diesem Jahr Eure erste Konzeptvergabe für eine mietpreisreduzierte Fläche in einem neuen Bürohaus durchgeführt. Was sollte das? Bekommt Ihr Eure Flächen nicht mehr vermietet?

Im Gegenteil. Im Frühjahr 2020, als wir die Information über unsere Konzeptvergabe in Berlin und auch vor allem im Wassertorquartier rund um den Kreuzberger Moritzplatz gestreut hatten, war Pandion The Shelf schon an den Hauptmieter, den Kochbox-Lieferanten HelloFresh, vermietet. Auch das Bürohaus gegenüber, Pandion The Grid, war zu dem Zeitpunkt zu 50% vermietet. Dass wir trotz der hohen Nachfrage eine 221 m² große Erdgeschossfläche in dieser super Lage ab Sommer 2021 preiswert vermieten werden, ist wirklich ungewöhnlich und wird in der Branche mit Interesse verfolgt. Wir machen das, weil wir wissen, wie wichtig es ist, dass auch die Nachbarschaft einen Nutzen aus unserem Bürohaus zieht.

Ist Nutzenschaffen für den Kiez Eure Aufgabe als Projektentwickler?

Als Projektentwickler sehen wir uns als Mitgestalter von Städten. Wir möchten einen Beitrag für die langfristige Gesamtentwicklung Berlins leisten. Denn ob Quartiere als sozialer Raum funktionieren, entscheiden dabei nicht allein Architektur und stadtplanerische Aspekte. Wegebeziehungen, Kubaturen und Infrastruktur sind wichtig, aber nicht das Ende auf dem Weg zu einer gelungenen, nachhaltigen Stadtentwicklung. Wir sind der Meinung: Projektentwicklern kommt auch eine gesellschaftliche Verantwortung zu. Der Kiez rund um die Prinzenstraße und Ritterstraße braucht sinnstiftende Angebote, die keine Konkurrenz zu bestehenden Anbietern aufmachen und die sich schnell und nachhaltig mit den umliegenden Organisationen und Betrieben vernetzen. Während der Phase der kulturellen Zwischennutzungen auf dem ehemaligen Robben & Wientjes-Gelände haben wir beobachtet, was der Kiez annimmt und was nicht. Es braucht handfeste Angebote, die für Kinder wie auch für Erwachsene und Senior*innen interessant sind und die ihnen zugleich etwas Neues bieten.

Alexander S. Wolf und Mathias Groß

Alexander S. Wolf und Mathias Groß

Wer wohnt denn in dem Kiez?

Rund 10.000 Menschen aus 66 Nationen. Fast drei Viertel haben einen Migrationshintergrund, wobei die meisten türkischen Ursprungs sind. Der Arbeitslosenanteil und der Anteil der Bezieher*innen von Transferleistungen sowie der Anteil der Kinderarmut im Gebiet sind im Vergleich mit anderen Berliner Stadtquartieren überdurchschnittlich hoch. Nicht weit entfernt leben wiederum die Besserverdienenden mit hohen Bildungsabschlüssen. Wir möchten beide Welten auf der Erdgeschossfläche von Pandion The Shelf zusammenbringen. Außerdem sollen die Belegschaft von HelloFresh und auch die der weiteren Betriebe im Kiez davon profitieren, was dort möglich ist.

Und wie sind die Konditionen für die Nutzer*innen? Wegen der Covid-Pandemie ist das Budget für Miete bei vielen Betrieben, Organisationen und Soloselbständigen nicht mehr das gleiche wie zuvor.

Das haben wir aufgrund unserer hohen Ansprüche an einen sinnstiftenden und nachhaltigen Nutzen der gesuchten Angebote berücksichtigt und sind auf die veränderten Umstände flexibel eingegangen. Die Flächen stellen wir deshalb zum stark reduzierten monatlichen Mietpreis von 6,50 Euro pro Quadratmeter im Neubau zur Verfügung und übernehmen außerdem die Ausbaukosten für die Grundausstattung.

Was ist passiert, nachdem Ihr die Konzeptvergabe publik gemacht habt?

So einiges. Insgesamt haben wir über einen Zeitraum von mehreren Monaten Baustellenbegehungen und Netzwerktreffen durchgeführt, an denen viele Interessent*innen teilgenommen haben. Mehr als 50 Organisationen, Betriebe und Soloselbständige haben die Unterlagen für die Fläche angefordert und konnten uns mit Fragen löchern. Zehn potenzielle Nutzer*innen haben umfangreiche Bewerbungsunterlagen bis zum 31. Oktober 2020 bei uns eingereicht. Aus diesem Kreis hat eine Jury die drei Konzepte nominiert, die den zuvor kommunizierten Bewertungskriterien wie Qualität der Planungen und Integrationsfähigkeit am meisten entsprachen.

Jetzt mach es nicht so spannend! Wer zieht ein in Pandion The Shelf?

Wir haben sehr unterschiedliche Bewerbungen erhalten und ich fand es überraschend, welche Nutzungskonzepte eingereicht wurden. Nestwärme Plus, Coculture bzw. 8 corners und Junge Tüftler/ Good Lab sind mit ihren großartigen Ideen in die enge Auswahl gekommen. Nach einer persönlichen Präsentationsrunde hat sich die Jury nach einer intensiven Diskussion für das Konzept von Junge Tüftler mit ihrem Good Lab entschieden.

Womit hat genau dieses Konzept den 1. Platz verdient?

Dafür gibt es so einige gute Gründe! Hinter Junge Tüftler steckt ein innovativer und partizipativer Bildungsanbieter der Kreativwirtschaft mit Potenzial für vielversprechende Veranstaltungen für den Kiez, Schulen, Kitas, die umliegenden Betriebe und unseren Hauptmieter in Pandion The Shelf. Die Organisator*innen haben bereits Praxiserfahrung in der Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen und in der Zusammenarbeit mit verschiedensten Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Kreativschaffenden gesammelt und verfügen über ein langfristiges und anpassungsfähiges Geschäftsmodell. Außerdem wollen sie mit den Organisationen und Betrieben rund um den Moritzplatz kooperieren, was uns auch sehr wichtig ist. Die dort arbeitenden Pädagog*innen bieten Nachbarschaftsarbeit an, indem sie Kinder und Jugendliche im Kiez ansprechen und diese zukunftsfit machen. Das Nutzungskonzept entspricht einem aktuell sehr hohen Bedarf nach Bildung, Digitalisierung und Vernetzung, der auch zukünftig weiter steigen wird. Junge Tüftler bedient also viele unterschiedliche relevante Themen, die das Team vor Ort bedarfsorientiert anpassen kann.

Alles klar und wer tüftelt da genau an was?

Vorgesehen sind zum Beispiel mit Werkbänken ausgestattete Kreativbereiche für Workshops. Andere Flächen werden für das Entwickeln von Ideen und wieder andere für konzentriertes Arbeiten oder für Präsentationen genutzt. Ab Sommer 2021 können zum Beispiel solarbetriebene Einkaufs-Roboter als Tragehilfe, Bienenhotels mit automatischer Besucherzählung bis hin zu verkabelten Büchern, die sich selbst vorlesen, gebaut werden. Im Silver Lab gehen Senior*innen in den Dialog, um über die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Stärkung der Demokratie zu diskutieren. Damit die dort entwickelten Ideen keine Zukunftsmusik bleiben, sollen sie mit Hilfe von zeitgemäßen Technologien, z.B. Lasercut, 3D-Druck, VR, zu funktionsfähigen Prototypen umgesetzt werden.

Klingt nach einem zukunftsweisenden Angebot! Wir werden Junge Tüftler nächsten Sommer ganz sicher besuchen!

Mehr Infos zur Konzeptvergabe

50 – 10 – 3 – 1: Mehr als 50 Organisationen hatten die Unterlagen im Rahmen der Konzeptvergabe „Space 4 Ideas“ angefordert. Zehn Bewerbungskonzepte wurden eingereicht. Drei davon wurden von der Jury nominiert. Ein Nutzer wurde für den 1. Platz der Konzeptvergabe ausgewählt.

Fläche und Adresse: 221 m² im Bürohaus Pandion The Shelf, Ritterstraße 21-23, 10969 Berlin
Nominierte Nutzungskonzepte: Nestwärme plus, Coculture/8 corners, Junge Tüftler/ Good Lab
1. Platz: Junge Tüftler/ Good Lab

Auslober: Pandion Real Estate GmbH

www.space4ideas.de

Pandion Berlin

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