Nikolaus Ziegert über Kieztrends

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Außergewöhnlich Berlin Interview mit Nikolaus Ziegert, Geschäftsführer ZIEGERT – Bank- und Immobilienconsulting GmbH

 

Welches ist der aktuelle Lieblingskiez der Berliner?

Das kann man nur schwer pauschalisieren, aber es gibt bestimmte Muster. Der Florakiez ist momentan bei Familien aus dem Prenzlauer Berg sehr angesagt, während es die West-Berliner vor allem ins Bayerische Viertel oder nach Friedenau zieht. Menschen die früher in Kreuzberg gewohnt haben, entdecken die schönen Seiten Neuköllns und viele Neuköllner wollen mehr Grün und landen dann in Treptow. So könnte man sagen: Die Berliner orientieren sich tendenziell in Richtung City Rand, bevorzugen dort aber Gebiete mit urbaner Lebensqualität.

Und welches der Lieblingskiez der Zugezogenen?

Neuberliner wollen Berlin erleben, deshalb stehen Mitte, Kreuzberg und bei den etwas Älteren Charlottenburg-Wilmersdorf beziehungsweise Schöneberg im Fokus, je zentraler und hipper umso besser. Deswegen sind in den vergangenen Jahren die Preise und Mieten rund um den Görlitzer Park so stark gestiegen. Hier gibt es einfach alles, was man mit dem Mythos Kreuzberg verbindet.

Welches ist der nächste Kieztrend?

Neukölln ist ja schon längere Zeit ein Trend. Die dynamische Veränderung wird in den kommenden Jahren weiter anhalten. Denn der Norden des Bezirks bietet alles, was die Young Urban Professionals suchen: eine zentrale Lage, pulsierendes Nachtleben, schöne Quartiere, attraktive Altbauwohnungen und viele interessante Nachbarn aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Ansonsten wird der Friedrichshainer Süd-Kiez noch mal deutlich an Attraktivität gewinnen, weil Media Spree langsam Realität wird und im Kiez mit BOX Seven ein komplettes Quartier entwickelt wird.

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Was erwartet der Immobilienmarkt Berlins in den nächsten Jahren?

Berlin wird weiter wachsen, nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Wirtschaftsleistung legt zu und zwar schneller als der Bundesdurchschnitt. Das heißt: Auch unabhängig davon, wie sich die Zinsen und das internationale Interesse entwickeln, werden Nachfrage und Preise wachsen. Die Frage ist: Ob wir in den kommenden Jahren genug Angebot bekommen werden. Bei einem Zuzug von 40.000 Menschen und einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,7 Personen müssten derzeit jährlich 23.500 Wohnungen gebaut werden. Momentan sind es aber kaum 10.000 Fertigstellungen. Das heißt: Da läuft ein riesiger Bedarf auf.

Ist der Kauf einer Immobilie / Wohnung in Berlin noch eine gute Anlage?

Wer eine stabile Geldanlage sucht, ist mit einer vermieteten Wohnung in Berlin sicherlich gut beraten. Eine Mietrendite von um die zwei Prozent lässt sich mit einer günstigen Finanzierung auf vier Prozent Kapitalrendite hebeln. Hinzu kommen die aufgrund der Gesamtsituation wahrscheinlichen Miet- und Wertsteigerungen. Damit schneiden Berliner Wohnungen deutlich besser ab als vergleichbare Anlagen, wenn die Wohnung eine gute Bauqualität hat.

Die hohe Lebensqualität und Beliebtheit Berlins ist undenkbar ohne die bezahlbaren Wohnungen, eine seit Jahrzehnten florierenden Subkultur und dem typischen unfertigen und roughen Charme.
[Das ist ja eigentlich keine Frage. Wir werden Sie trotzdem beantworten.]

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Hinter der Opposition zwischen Subkultur und etablierten Immobilienmarkt steckt immer auch die letztlich romantische Unterscheidung zwischen Künstler und Bürger, oder noch stärker zwischen Genie und Philister. Eine wirtschaftlich prosperierende Stadt bedeutet jedoch nicht das Ende der Kunst, sondern die Gelegenheit, die Künstler ordentlich zu bezahlen. Und was den roughen Charme angeht: Den haben die Entwickler inzwischen als Teil der Marke Berlin erkannt. Rauer Ziegel wird in Bestandsgebäuden nicht mehr verputzt, sondern maximal gestrichen und als Loft verkauft.

Auf was sollten Verwaltung, Baugesellschaften, Makler achten, damit Berlin nicht ein riesiger Potsdamer Platz wird?

Einen zweiten Potsdamer Platz wird es in Berlin nicht geben, schon weil dafür ein hinreichend großes Grundstück in einer adäquat zentralen Lage fehlt. Aber auch unabhängig davon, ist kleinteilig gewachsene Urbanität inzwischen als echter Mehrwert erkannt. Wenn möglich, werden heute größere Projekte in kleinere Abschnitte aufgeteilt und dann unterschiedlich entwickelt, so dass sich dort die gewünschte Vielfalt entfalten kann.
Kurze Beschreibung ZIEGERT

Die ZIEGERT – Bank- und Immobilienconsulting GmbH ist das führende Vertriebsunternehmen für Eigentumswohnungen in Berlin. 2015 wurden insgesamt 910 Wohnungen mit einem Gesamtvolumen von 275 Mio. Euro verkauft. ZIEGERT bietet einen 360°-Service für Bauträger und private Käufer, den jeder Kunde Segment für Segment individuell nutzen kann. Von der Grundstücksakquisition bis zur Übergabe der bezugsfertig eingerichteten Wohnung an den Käufer steht der Name ZIEGERT für hochwertige Leistungen rund um das Thema Wohnen in Berlin, darunter einen Interior-Service für Selbstnutzer und Kapitalanleger, Wohnungsvermietung sowie die größte bankenunabhängige Finanzierungsplattform in Berlin.

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