Marbara Mabrook, Geschäftsführerin vom Bazaar Berlin, über multikulti in Berlin

Multikulti in Berlin auf dem Bazaar Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Multikulti ist, was du daraus machst

Barbara Mabrook hat jedes Jahr die Welt zu Gast. Und zwar auf dem Bazaar Berlin. Multitkulti ist ihr Thema. Oder nicht? Was ist das überhaupt?

Barbara Mabrook ist die gute unermüdliche Seele der Messe Berlin. Jedes Jahr hat sie mit dem Bazaar Berlin die Welt zu Gast. Multitkulti ist ihr Thema. Oder nicht? Was ist das überhaupt? Und was ist wirklich exotisch…

Als mich Sascha neulich gefragt hat, ob ich ab und zu eine Kolumne zum Thema „Multikulti Berlin“ schreiben würde, habe ich erst mal ja gesagt. Und dann kamen die ersten Zweifel…

Berlin war schon immer eine Stadt der Einwanderer. Schon meine Großmutter (Jahrgang 1900) sagte mit einem leicht begeisterten Unterton in der Stimme:

Ein echter Berliner kommt aus Königsberg, Prag oder Breslau“.

Mit ihr habe ich als Kind die Sommerferien oft bei ihrer Schwester in Charlottenburg verbracht und die lockere Atmosphäre genossen, trotz Mauer und allem was dazu gehörte. Daher beschloss ich schon damals, dass ich eines Tages zumindest für einige Zeit in dieser großartigen Stadt leben möchte. Nach einigen Lehr- und Wanderjahren habe ich diesen Plan dann 1982 in die Tat umgesetzt und bin hängengeblieben: hier fühle ich mich endlich zuhause! Gerade nach längeren Auslandsreisen und –aufenthalten kamen mir die anderen deutschen Städte irgendwie zu eindimensional vor.

Aber zurück zu Multikulti??? Was ist das eigentlich? Normalerweise bezieht sich dieser Begriff auf das Zusammenleben von – wie es neuerdings so schön heißt – „Menschen mit Migrationshintergrund“ und Deutschen. So, da fängt mein Problem bereits an. Mein Alltag ist geprägt vom Umgang mit Ausstellern aus aller Welt, und das seit fast 30 Jahren. Dazu bin ich seit über 20 Jahren mit einem Araber afrikanischen Ursprungs verheiratet.

Mit anderen Worten: Multikulti ist wahrscheinlich inzwischen meine persönliche Leitkultur, Auseinandersetzungen führe ich mit Menschen, deren Wertesystem ein komplett anderes ist, als das, welches in meinem direkten Umfeld gelebt wird. Die Herkunft dieser Menschen spielt dabei überhaupt keine Rolle für mich.

Für mich bedeutet Multikulti in Berlin klarzukommen mit den unterschiedlichen Bewohnern, ganz egal, wo sie oder ihre Ahnen mal geboren wurden.

Nichts is schöner, als wenn bei solchen Begegnungen das ein oder andere Vorurteil so richtig schön zerschmettert wird, z.B. das von der armen, unterdrückten, muslimischen Frau: So sagte z.B. eine Kollegin mit türkischem Hintergrund letztens in einem Gespräch:

Ein Mann muss kochen können und mich zum Lachen bringen – alles andere ist egal“.

In einem anderen Zusammenhang sagte eine deutsche Kollegin:

Ist schon nicht schlecht, wenn der Mann Karriere macht und richtig Geld nach hause bringt“.

Sicher, jedes Vorurteil hat auch ein Körnchen Wahrheit und natürlich gibt es unterdrückte Frauen, die in islamischen Ländern leben. Es gibt sie aber auch in anderen Kulturen und nicht alle Araber sind Machos.

So, und nun ratet mal, welche von den beiden ich exotisch finde?

Also erwartet von mir bitte keine typischen Multikulti-Geschichten. Ich werde mich bemühen, Witziges und Bemerkenswertes aus meinem Alltag aufzuzeichnen und mit Euch zu teilen – Nationalitäten werden da höchstens eine untergeordnete Rolle spielen.

Hier geht es zum Bazaar Berlin, mehr multikulti.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.