AusserGewöhnlich Berlin spricht beim Salon in der Fabrik 23 über den Mietendeckel

Das Thema in der Fabrik 23: Mietendeckel ©AusserGewöhnlich Berlin

12 Alternativen zum Mietendeckel von den AusserGewöhnlichen Berlinern

Hier sind 12 Lösungen, die Berlins Wohnungsproblem statt Mietendeckel lösen würden. Zusammengetragen von den AusserGewöhnlichen Berlinern beim Salon in der Fabrik 23.

Ein Thema, das zurzeit alle Berliner beschäftigt: Der Mietendeckel.

Der Berliner Senat will ein Gesetz erlassen, dass die Höchstmiete in Berlin auf 6-8 Euro pro Quadratmeter festlegt. Nachträgliche Mietsenkungen bei bestehenden Verträgen eingeschlossen.

So will Berlins Stadtentwicklungssenatorin Lompscher auf zu hohe Mieten und zu wenig Wohnraum in Berlin reagieren.

AusserGewöhnlich Berlin trifft sich zum Salon in der Fabrik 23

Philipp Gertner und Alexander S. Wolf über den Mietendeckel in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

Aber was sagen die Berliner dazu?

Wir haben uns zum Salon in der Fabrik 23 getroffen und den AusserGewöhnlichen Berlinern eine Frage gestellt:  Mietendeckel: Hast Du Alternativen oder Ergänzungen?

Mehr als 50 AusserGewöhnliche Berliner, aus allen Bereichen und Sparten Berlins, haben geantwortet.

Hier sind die besten 12 Antworten zum Thema Mietendeckel.

Mietendeckel: Die Berliner müssen selbst eine Lösung finden. AusserGewöhnlich Berlin diskutiert in der Fabrik 23.

Salon in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

1.) Verdichten statt deckeln:

Wir sollten höher und enger bauen und vielleicht nicht für jeden geplanten Neubau alle Anwohner fragen. Wenn alle Menschen auf einer Dichte wie in Hongkong leben würden, dann würde Frankreich ausreichen, um unsere 7 Milliarden Erdenbürger unter zu bringen. Wir brauchen mehr Flächen. Gerade kleine Wohnungen mit 30qm für 280 Euro wären eine große Hilfe, denn dort ist der größte Engpass.

Berlin sucht nach Alternativen zum Mietendeckel

In Berlin fehlt Wohnraum. Ist der Mietendeckel die Lösung? Wir diskutieren in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

2.) Leerstand-Nutzung statt Mietendeckel:

Der Mietendeckel ist nicht die Lösung. Wir sollten ungenutzte Quadratmeter zurückgeben und leerstehende Gebäude in Berlin herausfiltern. Es gibt so viele alte, ungenutzte Flächen wie das ICC, das HumboldtForum, die Gebäude des Tempelhofer Flughafen usw. Diese kann man schnell modular umbauen und so günstigen Wohnraum schaffen.

Welche Alternativen gibt es zum Mietendeckel? Salon in der Fabrik 23

Berliner Unternehmer diskutieren über den Mietendeckel ©AusserGewöhnlich Berlin

3.) Selektiver Mietendeckel:

Man sollte das Ganze an der Quadratmeterzahl festmachen, sodass er kleinere Mieteinheiten nicht betrifft. Und Kultureinrichtungen brauchen auf jeden Fall einen, aber diese müssen sich dann dazu verpflichten, die kulturelle Einrichtung zu erhalten.

Die Mr. Hemingway Suite ist eins von 6 Lofts in der Fabrik 23

Mr. Hemingway Loft in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

4.) Besitz deckeln:

Ausländische Investoren kommen nach Berlin, um ihr Geld sicher anzulegen und pumpen es in Immobilien. Deswegen werden in Berlin wunderschöne neue Luxuswohnungen gebaut, die sich kein Normalsterblicher leisten kann. Das entspannt die Mietsituation sicher nicht. Hier sollte man regulatorisch eingreifen, aber nicht mit einem Mietendeckel. Denn dieser bestraft die kleinen Hausbesitzer aufgrund einer Fehlentwicklung. Die Lösung: 1. Ein Verbot von Zweit- und Drittwohnungen für Leute, die sie nicht benötigen. 2. Der soziale Wohnungsbau muss von Seiten des Staates angekurbelt werden.

Mietendeckel: Das Salon-Thema in der Fabrik 23

Salon in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

5.) Mieten-Marshall-Plan:

Wir brauchen ein Wohn-Notstand-Bauprogramm wie nach dem 2.Weltkrieg.
Einen Mieten-Marshall-Plan:

  1. Temporäre Aussetzung von nicht lebenswichtigen Bauvorschriften (z.B. Baumfäll-Verbot bei Dachgeschoss-Ausbauten)
  2. Steuersenkung und andere Subventionen bei Bauvorhaben für ärmere Menschen
  3. Nutzbarmachung städtischer Freiflächen: Überbauung der 21km Stadtautobahn, Tempelhofer Feld, etc.
Mietendeckel in der Fabrik 23

Salon in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

6.) Auflagen anstelle von Mietendeckel:

Man könnte Neubauten aus privater Hand fördern und diese mit Auflagen versehen. Dass z.B. 20 Prozent der Fläche für sozial Benachteiligte genutzt werden muss. Oder man erlässt z.B. eine Steuer für leerstehende Wohnungen.

Die Fabrik 23 In der Nähe von U-Bahnof Wedding. Salon. Das Thema: Mietendeckel

Fabrik 23: Gerichtstraße 23, 13347 Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

7.) Neu denken statt deckeln:

Wir gründen einen Bürgerrat für Stadtentwicklung oder direkt zum Thema Wohnen, der die Lösung bringen wird. Dieser Rat besteht aus Berlinern, die per Los bestimmt werden, Die Entscheidungen des Rats sind bindend für den Senat. Der Bürgerrat macht keine Klientelpolitik, sondern denkt wirklich an das Gemeinwohl. So bekommen wir pragmatische Lösungen für die ganze Stadt, statt Parteipolitik.

Mietendeckel-Diskussion: 12 Alternativen

AusserGewöhnlich Berlin im Mr. Hemingway Loft in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

8.) Baufonds anstelle von Mietendeckel:

Warum gibt es stattdessen keinen öffentlichen Baufonds, wo der Berliner sein Geld investieren kann? Und dann wird dafür Wohnraum geschaffen.

Wohnungspolitik in Berlin

Mietendeckel: Wir sprechen über Wohnungspolitik in Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

9.) Lieber Speckgürtel als Mietendeckel:

Die Nachfrage nach Wohnungen ist sehr hoch in Berlin. Da hilft aber kein Mietendeckel. Das Wohnungsangebot um Berlin herum muss gefördert werden und auch die Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten etc.) in Brandenburg. Dann würde sich unsere Wohn-Situation entspannen.

Philipp Gertner, Geschäftsführer der Fabrik 23. Das Thema des Salons: Mietendeckel

Philipp Gertner, Geschäftsführer, der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

10.) Sunventionen statt Mietendeckel:

Der Staat sollte nur eingreifen, wo es nötig ist. Das heißt konkret: Den Menschen, die nicht so viel Geld haben, muss geholfen werden. Miet-Subvention statt Mietendeckel.

Industriecharme in der Fabrik 23

Salon in der Fabrik 23: In einem Hinterhof in Wedding ©AusserGewöhnlich Berlin

11.) Mietendeckel nein, Bauvorschriften reduzieren:

Wir sollten einfach die Bauvorschriften reduzieren, wenn auch nur temporär für eine gewisse Phase der Notlage. 

Das Thema in Berlin 2019: Mietendeckel

AusserGewöhnlich Berlin diskutiert beim Salon in der Fabrik 23 ©AusserGewöhnlich Berlin

12). Neue Wohnkonzepte:

Lasst uns neue Wohnkonzepte entwickeln. Co-Living, Wohnungs-Tausch, kleinere Wohnungen bei größeren Community-Flächen, etc. So schaffen wir mehr Raum für die Menschen und die Mieten reduzieren sich automatisch.

AusserGewöhnlich Berlin sammelt Alternativen zum Mietendeckel

AusserGewöhnliche Berliner über den Mietendeckel ©AusserGewöhnlich Berlin

Wir haben beim Salon in der Fabrik 23 festgestellt: Die Berliner wollen lieben staatlich bauen, statt einen Mietendeckel.

Selbst die, die für das neue Gesetz sind, empfinden es als ersten Versuch, etwas zu verändern. Der Mietendeckel ist ein Ansatz zur Diskussion, aber noch nicht die Lösung.

Denn eines steht fest: Es fehlt Wohnraum in Berlin.
Und wenn das so bleibt, dann werden Wohnungen in Zukunft unter dem Ladentisch vergeben. Gehandelt als etwas, dass sich nur die Reichen leisten können.

Wenn das passiert, zerbricht unsere offene, bunte und freie Stadt unter dem Druck der Kapitalisierung und Korruption.

Um das zu verhindern, müssen wir aktiv werden. Wir können nicht auf Lösungen von oben warten und müssen selbst etwas tun:
Hast Du Ideen und Lösungsvorschläge? Dann schreib sie in die Kommentare.
Berlin braucht Dich, also denk mit.

AusserGewöhnlich Berlin sammelt Mietendeckel-Alternativen

Mietendeckel: Hast Du Alternativen oder Ergänzungen? ©AusserGewöhnlich Berlin

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