Neue Kieze braucht das Land

Copyright Anschutz
Copyright Anschutz

Der AusserGewöhnliche Berliner Michael Hapka lebt seit 1985 in Berlin und ist seit 2013 Chef der Mercedes Benz Arena. Wir sprachen mit ihm über die Kunst, ein neues Stadtquartier zu entwickeln und dabei die Berliner Seele zu erhalten. Das Unternehmen dahinter, die Anschutz Entertainment Group, entwickelt seit 2002 das Areal zwischen Postbahnhof und Warschauer Brücke.

Weltweit betreibt AEG über 100 Arenen, Stadien und Konzerthallen, ist zweitgrößter Konzertveranstalter der Welt, besitzt zahlreiche Sportteams und entwickelt auch an weiteren Standtorten wie LA, Shanghai oder London innerstädtische Stadtquartiere.

Michael Hapka wohnt mit seiner Familie am Treptower Park, also in unmittelbarer Nähe des Kreuzberger Oberspree Kiezes.

Michael Hapka
Copyright Michael Hapka

 

Was entsteht da rund um die Mercedes Benz Arena?

Auf dem Areal der Anschutz Entertainment Group entsteht ein neues Stadtquartier, das alle Facetten des urbanen Lebens abbildet. Es entsteht neuer Wohnraum, Büroflächen, ein Einkaufszentrum, es wird neue Hotels geben und als Herzstück den Mercedes Platz. Vor der Mercedes-Benz Arena wird noch mehr Entertainment Infrastruktur geschaffen, wobei eine weitere Konzerthalle, ein hochmodernes Kino, eine Bowling World und ca. 20 Gastronomiebetriebe für breites Angebot an Unterhaltung sorgen werden. Der öffentliche Platz wird zu jeder Tageszeit und natürlich auch abends zum Treffen und Verweilen einladen.

Copyright Anschutz
Copyright Anschutz Entertainment Group

Warum sollte man in der Gegend wohnen wollen?

Zum Beispiel weil man gerne mittendrin wohnt, nicht unbedingt eine Altbauwohnung sucht, aber gerne auf die Spree schaut, auf die Kreuzberger Uferseite mit Oberbaumbrücke oder auf die East Side Gallery. Es entstehen hier hunderte von Miet- und Eigentumswohnungen unterschiedlichster Größenordnung und Preisklasse. Ich persönlich finde, hier im Oberspreeraum entsteht ein total spannendes Stück Berlin, weil hier organisch Gewachsenes auf Neues trifft. Es ist einer der Hotspots dieser Stadt und verkehrstechnisch rundherum bestens angebunden.

 

Wie wollt ihr es schaffen, dass die Gegend nicht eine künstliche Atmosphäre hat, sondern ein typisches Berliner Flair erhält?

An der nördlichen Seite der Mühlenstraße kann grundsätzlich nur Neues entstehen, es war ja vorher eine Brache. Etwas organisch Gewachsenes wie auf der gegenüberliegenden Kreuzberger Seite kann man nicht nachbauen oder simulieren. Es entsteht durch die Menschen, die dort leben, arbeiten und ausgehen. Natürlich werden wir Referenzen an die städtebauliche Gestaltung hier im Kiez zeigen: es gibt z.B. Klinkerfassaden, Berliner Granitpflaster oder Pappeln auf dem Mercedes Platz. Aber vor allem entsteht typisches Berliner Flair, wenn sich die unterschiedlichsten Menschen begegnen, weil es urbane Lebensqualität mit vielen Anziehungspunkte im Kiez gibt: Arbeiten, Ausgehen, Shoppen, Unterhaltung an einem Ort und das für Berliner/innen, Neu-Berliner und Berlin Touristen.

Copyright Anschutz
Copyright Anschutz Entertainment Group

Worauf muss Berlin achten, wenn jetzt tausende neue Wohnungen gebaut werden?

Ich bin kein Wohnungsbauexperte, habe dazu aber ein paar persönlichen Gedanken. Zum ersten brauchen wir in Berlin Wohnungen verschiedenster Größenordnungen und Preisklassen und Neubauprojekte auf allen geeigneten Freiflächen im gesamten Stadtgebiet. Dazu liegen ambitionierte Pläne vom Senat vor, die Frage ist, wie schnell diese umgesetzt werden. In den Planungen sollte man auch darauf achten, dass in diesen innerstädtischen Siedlungsgebieten auch gleichzeitig ausreichend und passende Infrastruktur entsteht, die es ermöglicht, dass sich Menschen treffen, dass Austausch und Kennenlernen möglich ist. Über den großen Bedarf an Kitas und Schulen hinaus sollte auch bezahlbarer Platz für Einzelhandel, Kultureinrichtungen und Gastronomiebetriebe entstehen – sonst wird´s kein Kiezleben sondern eher anonymes Nebeneinanderwohnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.