Mampe für Berlin

Carl Mampe senior eröffnete 1852 eine Likörfabrik in Pommern, die 1877 nach Berlin zieht ©AusserGewöhnlich Berlin

In Berlin sind die Elefanten weiß – Mampe

Tom Inden-Lohmar gibt uns einen Einblick in das Sudhaus, in dem man Geschichte spüren kann.

Mampe ist ein Likör mit Tradition in Berlin. Seit Kurzem gibt es Mampes Neue Heimat in Kreuzberg. Was ist das und was macht ihr?

Mampes Neue Heimat ist das, was man heute Brand Space nennt. Ein Ort, an dem man Mampe mit allen Sinnen erleben kann. Manufaktur, Museum, Eventlocation, Office und Shop in einem. Nachdem wir fast 40 Jahre heimatlos waren, ist es eben auch unsere Neue Heimat. Sorry, fürs Klugscheissen: Mampe ist nicht nur ein Likör, sondern eine Dachmarke mit aktuell sieben Produkten: Gin, Wodka, Kümmel und verschiedene Liköre. In den besten Tagen der Marken vor fast hundert Jahren hatten wir fast 80 verschiedene Spirituosen im Portfolio.

Tom Inden-Lohmar über Mampes Neue Heimat

Tom Inden-Lohmar mit Alexander Wolf (rechts) in Mampes Neuer Heimat bei einem Salon von AusserGewöhnlich Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Was ist das Besondere an Mampes Neuer Heimat?

Wenn man Mampes Neue Heimat betritt und tief Luft holt, dann atmet man Berlin.

Berlin von heute und Berlin von 1880. Und das ist eine echt geile Berliner Brise…

Welche Superlative beschreiben Euch?

Wir sind die ältesten, besten, geschichtsträchtigsten und coolsten. Ach, was gibt es denn sonst noch für Superlative? Wie es sich für Berlin gehört machen wir gerne auf dicke Hose!

In Berlin sind alle Katzen grau. Warum sind die Elefanten weiß?

Genau deswegen, weil eben schon die Katzen grau sind. Nein, Scherz beiseite. Unser Markenzeichen, der Elefant, ist tatsächlich am Anfang nicht weiss gewesen.
Der kleine Elefant, der um jede Flasche hing, war ganz früher elfenbeinfarben. Daraus ist dann irgendwann weiß geworden. Und heute, finden wir, tut dem bunten, schrillen Berlin ein wenig jungfräuliches, reines Weiß ganz gut.

Wie kann ich Euch erleben?

Mampe kann man überall erleben. Kauf dir ne Flasche Mampe und erleb´ uns zuhause oder wo immer du willst.

Mampes Neue Heimat kann man fast täglich erleben. Mit einem einfachen Besuch in unserem Shop, mit der Buchung einer Reise durch die Welt der Spirituosen, mit einem Schnapsmacher-Seminar, dem Besuch eines Mampe-Events, oder mit der Buchung der Location für sein eigenes Erlebnis.

Mampe, die Flaschen mit dem weißen Elefant

Mampe: Sauern mit Persico ©AusserGewöhnlich Berlin

Wie würden Sie Mampes Neue Heimat einem Berliner/einem Touristen beschreiben?

Dit is Berlin. Hinterhof. „Hier sind wir ganz sicher verkehrt“. Backstein. Kopfsteinpflaster. Mülltonnen. „Bist du sicher, schau nochmal die Adresse!“ Ein kleiner unscheinbarer Eingang. „Hier rein?“ Und dann steht man in einer wahren Kirche. 8m hohe, preußische Kappendecken, riesige lichtgleißende Fenster und der Duft von Kräutern und Gewürzen. Atemberaubend, begeisternd, überraschend.

Was ist denn die Geschichte der Likörkirche? Gibt es Historisches zu der Location zu erzählen?

Muss man, wollen wir? 1880 wurde das Gebäude als Sudhaus einer Weissbierbrauerei gebaut. Eine wechselvolle Geschichte: Die Keller der Brauerei waren im 2. Weltkrieg Luftschutzbunker. Dann lagerten dort 3,5 Millionen Bierflaschen. Danach war das Sudhaus Möbellager und Autowerkstatt. Und jetzt wird wieder das gemacht, wofür der Raum einst gebaut worden ist.

Durch Alkohol wird man bekanntlich hemmungsloser, ehrlich und gesprächig. Haben Berliner nicht schon genug Schnauze?
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Alkohol eine Art Kontrawirkung entwickelt. Das heisst, Vielquatscher werden mit Alkohol ruhiger und Leisetreter werden eher laut.
Insofern macht Alkohol den Berliner leiser, zurückhaltender und freundlicher.

Mampe wurde 1831 gegen Cholera entwickelt

Mampes Neue Heimat: Manufaktur, Museum, Eventlocation, Office und Shop ©AusserGewöhnlich Berlin

Wer mehr über Mampe und Mampes Neue Heimat erfahren möchte, liest HIER.

Dieser Artikel erschien erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 05/2017.

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