Kunst von Lumas in Berlin

Lumas: Der New Yorker Antiquitätenmarkt für Kunst in Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Bilder sagen mehr als 1000 Worte – Lumas

Warum Berlin ein idealer Ort für Kunstinteressierte ist, verrät uns die AusserGewöhnliche Berlinerin Heike Dander von Lumas.

Eine Langzeitstudie besagt, dass Künstler weniger verdienen und dennoch glücklicher sind. Heißt das demzufolge, dass Kunst glücklich macht? 

Ich denke, Kunst macht glücklich, weil man sich beim Betrachten oder auch beim Schaffen von einer Fotografie, von Malerei oder einer Skulptur mit Dingen oder Themen auseinandersetzt, die einem sonst in der Alltagsflut abhandenkommen. Die Beschäftigung mit dem Neuen, Unentdeckten macht immer glücklich. Und das kann natürlich auch Kunst sein!

Worauf sollte man beim Kunstkauf achten?

Motiv in der Galerie von Lumas

Heike Dander: Kunst sollte emotional sein ©AusserGewöhnlich Berlin

Kunst kann oder sollte sehr emotional sein. Im besten Falle hat bei einem Kauf nicht nur der Name des Künstlers eine entscheidende Rolle gespielt und auch nicht seine Biographie, sondern das Motiv. Man muss sich in ein Bild verlieben, dann gibt es einem auch Jahre später auch noch etwas Neues und macht einen glücklich, jedes Mal, wenn man es betrachtet.

Was ist die Idee von Lumas?

Lumas ist es wichtig, die Zugangsschwelle zur Kunst zu senken.

Das Schöne bei Lumas ist, dass man Fotografien zu einem Preis bekommt, der erschwinglich ist. Wir ermöglichen also kunstinteressierten Menschen schon ab 300€ den Kauf eines limitierten und handsignierten Werks. Wir holen Kunst von ihrem Podest. Bei uns halten die Kunden einen Kaffee in der Hand, wenn sie ein Bild betrachten.

Lumas in der Fasanenstraße 73

Die Lumas Galerie am Kurfürstendamm ©AusserGewöhnlich Berlin

Welche sind denn die beliebtesten Motive?

Sehnsuchtsbilder! Der weite Blick auf einen Horizont etwa wirkt auf einem großen Format toll. Auch Mode- und Portraitfotografie verkaufen wir gut. Oder die Serie von Werner Pawlok: Man sieht auf seinen Arbeiten die ursprüngliche Schönheit verfallener Gebäude auf Cuba, aber auch die Kreativität, mit welcher die Menschen die Häuser herrichten. Ein Bild muss innerlich etwas zum Klingen bringen, eine Emotion auslösen. Das Werk muss nachhaltig faszinieren. Eine gute Fotografie, die man sich an die Wand hängen möchte, sollte auch ohne bestimmten Kontext, nur für sich selbst stehen können.

Lumas - Sehnsuchtsbilder

Sehnsuchtsbilder verkaufen sich gut bei Lumas ©AusserGewöhnlich Berlin

Wie verhalten sich die Berliner im Vergleich zu den anderen Städten? Sind Berliner kunstaffin?

Berlin ist eine besonders kunstinteressierte Stadt. Vernissagen und Openings gehören hier einfach zum Alltag dazu – ich als Berlinerin würde natürlich behaupten, ein klein bisschen mehr, als es in anderen Städten der Fall ist.

Berlin und die Kunst

Berliner Kunstszene: Berlin ist die Stadt der Künste und der Galerien ©AusserGewöhnlich Berlin

Berlin ist spontan und offen: Und das gilt auch für den Zugang zur Kunst. Daher sind wir hier natürlich mit unserer ersten Galerie genau am richtigen Ort gewesen. Die Lumas Dependance am Hackeschen Markt gibt es nun schon über ein Jahrzehnt und wir freuen uns auf jedes neue Event, das dort stattfindet.

Die Idee zu Lumas stammt von Stefanie Harig, einer Berlinerin, die mit ihrem Mann eine Zeit lang in New York lebte. Die Idee wurde dann aber in Berlin umgesetzt. Ist Berlin eine besonders gute Stadt, um kreative Ideen wirtschaftlich umzusetzen?

Wir bringen Editionen von Werken heraus. Wir bieten es nicht nur in einer, sondern mittlerweile in über 40 Galerien weltweit an und vertreiben alles auch online. Die Auflage ist natürlich trotzdem begrenzt, aber eben höher als im klassischen Kunstbetrieb. So können wir die Fotografien günstiger anbieten und mehr Menschen haben etwas davon. Bei Lumas kann man sozusagen die Fotografien erwerben, die in Editionen in begrenzter Stückzahl, von meist 75-150 Exemplaren, exklusiv über uns erhältlich sind. Damit wird die Lücke zwischen hochpreisigen Unikaten, die in der Regel von Galerien angeboten werden, und Großauflagen geschlossen.

Die Idee hinter Lumas

Stefanie Harig und ihr Mann demokratisieren den Kunstmarkt ©AusserGewöhnlich Berlin

Auf diese Idee kamen die Gründer Stefanie Harig und Marc Ullrich vor rund 15 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt begannen die beiden selbst, Kunst zu sammeln und bemerkten schnell, dass nicht nur ihr eigenes Interesse an Fotografie groß war, sondern auch das in ihrem Freundeskreis. Doch die meisten Stücke waren Unikate oder Kleinstauflagen, die sich schlichtweg nicht jeder leisten kann. So stellten sie fest, dass es eine große Lücke auf dem Kunstmarkt gab zwischen diesen sehr begrenzten Editionen zu meist fünfstelligen Preisen und unlimitierten Posterdrucken.

Als sie auch in New York, wo beide längere Zeit lebten, nichts Derartiges finden konnten, war klar, dass sie die Vision einer Demokratisierung des Kunstmarkts selbst angehen wollten und haben mit der Umsetzung in Berlin begonnen. Auch im Rückblick war Berlin die richtige Stadt, um mit einem solch ungewöhnlichen Konzept an den Start zu gehen. Hier gab und gibt es eine spannende Mischung aus Freude und Neugier auf das Neue und einer hohen innovativen Kraft.

Was sind Deine Lieblingswerke?

Auf was bist Du neugierig? ©AusserGewöhnlich Berlin

Wie kann man als Künstler von Lumas repräsentiert werden? 

Wir suchen auf Messen, Festivals, im Internet und sogar auf Blogs zum Thema Fotografie. Im Netz gibt es extrem viel zu entdecken. Wir nehmen auch Empfehlungen von unseren Künstlern ernst, haben Scouts in bestimmten Ländern und natürlich alle relevanten Fotografie- und Kunstzeitschriften abonniert. Sämtliche Anregungen werden von unserem Portfolio-Team gescreent. Einmal in der Woche halten wir ein Meeting, unsere Bildkonferenz, ab. Da schauen wir uns Hunderte von Werken an und entscheiden dann, mit wem wir gerne arbeiten würden. In der Regel läuft die Akquise über aktive Ansprache.

Sie planen eine Ausstellung mit der Fotografin GABO in der Humboldt-Box. Erzählen Sie uns mehr darüber?

Wir planen im September, zur Berlin Art Week, eine sehr schöne Ausstellung mit GABO. Sie hat als Fotografin schon einige der größten Ikonen aus der Film, Musik- und Unterhaltungsbranche abgelichtet – bei der Ausstellung werden wir quasi ein „Best-Of“ ihrer herausragendsten Werke präsentieren. Die Humboldt Box bietet dafür den perfekten Rahmen mit einem einmaligen Ausblick. GABO gibt dabei Einblicke in ihr großes OEuvre vom ersten Polaroid zum Original – und natürlich wird es auch Lumas Editionen zu kaufen geben.

Heike Dander im Interview über Kunst und Lumas

Heike Dander, Executive Curator bei Lumas, über Kunst in Berlin und Lumas ©AusserGewöhnlich Berlin

Dieses Interview erschien erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 05/2017.

Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier: Die größte Kamera der Welt – Imago, Perspective PlaygroundUrban Nation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.