Steffen Setzer von Laserline

Steffen Setzer, Geschäftsführer von Laserline ©AusserGewöhnlich Berlin

Die Andersmacher von Laserline

Warum der Mensch nicht wegdigitalisiert werden wird, erzählt uns Steffen Setzer, Geschäfsführer bei Laserline.

Seit 20 Jahren druckt Laserline für alle großen und kleinen Unternehmen in der Stadt. Wie fing alles an?

Herr Bucec begann 1997 damit, seine kleine Agentur für Werbung und Mediengestaltung mit fünf engagierten Mitarbeitern im Technologie- und Innovationspark Berlin auf dem Gelände des alten Industriegiganten AEG, in eine Druckerei umzuwandeln. Er hatte ein deprimierendes Bild der deutschen Druckindustrie vor Augen: Kleine, handwerklich arbeitende Druckereien, aber auch große Industriebetriebe, arbeiteten meist ohne jede Serviceorientierung. Der Kunde stand ihrem Schaffen mehr oder weniger im Weg. Und „freitags um eins machte jeder seins“. Selten, dass man abends in einer Druckerei einen Ansprechpartner erreicht hätte.

Da hatte er beschlossen, das zu ändern und gründete das Laserline Druckzentrum. Eine Druckerei mit Full Service, die dem Kunden das Gefühl gibt, willkommen zu sein.

Inzwischen ist Laserline die größte mittelständische Druckerei Berlins.

Mit über 180 Mitarbeitern, zwei Standorten in Berlin und einer Niederlassung in Bremen und produziert im Offsetdruck, Digitaldruck und in der Werbetechnik. Seit Jahren sind wir in ganz Deutschland bekannt und liefern unsere Druckprodukte inzwischen auf fünf Kontinente.

Laserline Whitebox

Die Whitebox von Laserline ©AusserGewöhnlich Berlin

Wann haben Sie gemerkt, dass sich die Technologien verändern und wie haben sich die Arbeitsabläufe dadurch verändert?

Das war schon mit dem ersten Tag der Gründung in die DNA der Firma Laserline geschrieben. Damals waren es auch schon die elektronischen Möglichkeiten, die es uns erlaubten, neue Kommunikationslösungen und Services für Laserline zu nutzen.

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche, sicher auch den Druck. Wie führen Sie die Mitarbeiter von Laserline durch diesen Prozess?

Ja, das ist richtig, speziell der Druckbereich hat durch E-Mails, Online-Shops und alle anderen E-Commerce und Social Media-Lösungen enormen Wettbewerb bekommen. Das hört natürlich nicht bei den Mitarbeitern auf. Auch wir versuchen alle diese Medien und Kanäle zu nutzen und nicht den Print als „uraltes“ und bewährtes Kommunikationsmittel alleinig zu preisen.

Gerade die Kombination macht den Print stark. Dabei ist es absolut notwendig, dass sich alle Mitarbeiter auch damit auseinandersetzen und die Vorteile der Kombination und die Stärken von Print erkennen und begreifen.


Nachhaltiges „Begreifen“ ist im Übrigen ein sehr schönes Wort, um die Vorteile gedruckter Kommunikation zu „begreifen“.

Wie wollen Sie Laserline weiter verändern? Und wie setzen Sie Veränderungen durch?

Wir festigen Laserline als Service-Innovator in Berlin und Brandenburg und bauen weiter aus. Dazu gehört neben der Qualität vor allem ein Einsatz modernster E-Commerce und CRM Technologie im Sinne der maximalen Kundenorientierung. Zum Beispiel wollen wir unseren Kunden so früh wie möglich eine effiziente Kommunikation mit uns über alles Relevante bieten. Und das über das Medium, das der Kunde bevorzugt. So, wie zu den Gründerzeiten, wo wir den Wechsel in Richtung Online getrieben haben, hier sei das Stichwort „predicted Services“ ins Spiel gebracht.

Wie wichtig ist der persönliche Kontakt zum Kunden, wenn alle Vertriebswege inzwischen digitalisiert sein können? 

Da am Ende immer Menschen miteinander kommunizieren werden, aber fast alles digitalisiert wird, ist es extrem wichtig, sich frühzeitig auf qualitative menschliche Kommunikation einzustellen.


Callcenter oder andere einfachere Kommunikationswege werden sehr schnell durch Bots ersetzt werden. Da bleibt dann aber immer noch der viel attraktivere Weg der kreativen Kommunikation für die Mitarbeiter und Kunden übrig.

Gerade hier wird sich der persönliche Kontakt zum Kunden deutlich weiter entwickeln. Wir wissen immer mehr vom Kunden, und das weiß der Kunde auch. Da erwartet er, dass wir seine Wünsche schon vor ihm aussprechen und Lösungsvorschläge proaktiv anbieten. Das ist doch ein schönes Ziel, oder wer möchte das nicht selbst auch haben!?

 

Dieses Interview ist erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 07/2017 erschienen.

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