Dr. Jürgen Allerkamp, IBB

Dr. Jürgen Allerkamp ©AusserGewöhnlich Berlin

Kreativität und Kommerz. Das ist Berlin – IBB

Wie man für Veränderung in Unternehmen sorgt und welche Bereiche auch in weiteren zehn Jahren noch relevant in Berlin sein werden, verrät uns Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandschef der IBB.

Herr Dr. Allerkamp, in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ haben Sie gesagt: „Wir pflegen unser Investorennetzwerk. Unsere Venture-Capital-Tochter IBB Beteiligungsgesellschaft kennt alle Wagniskapitalgeber in Europa und wirbt bei ihnen für die Geschäftsmodelle der Berliner Gründer.“ Dieses Interview haben Sie genau vor zwei Jahren gegeben. Dass sich Berlin inzwischen als internationale Start-up-Stadt etabliert hat, ist nicht zu übersehen. Aber wie steht es mit den alten Firmen, die nicht direkt aus der Online- oder Digital-Branche kommen? Was macht die IBB für sie? Wie schaffen wir es, den Berliner Mittelstand fit für die Zukunft zu bekommen?

IBB Berlin in der Bundesallee

Investitionsbank Berlin: Bundesallee Ecke Spichernstraße ©AusserGewöhnlich Berlin

Das Tolle ist doch, dass die Aussage von vor zwei Jahren immer noch Gültigkeit besitzt und Berlin seitdem stetig an Attraktivität gewonnen hat, gerade als Start-up-Metropole. Auch wenn die IBB ein großes Augenmerk auf Start-ups legt, ist das nicht alles, womit wir uns beschäftigen. Die überwiegende Mehrheit unserer Kunden sind mittelständische Unternehmen, für die wir eine ganze Menge tun. Vor Kurzem hatten wir einen Fördertag in der IBB, bei dem wir gut 200 Unternehmen unsere Fördermöglickeiten vorgestellt haben.

Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen.


Dr. Jürgen Allerkamp und Alexander Wolf

Dr. Jürgen Allerkamp und Alexander Wolf (rechts) im Gespräch ©AusserGewöhnlich Berlin

Die IBB kommt aus der klassischen Immobilienförderung und hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Wie wird die IBB sich noch verändern? Welche Aufgaben wird eine Investitionsbank eines Bundeslandes in zehn Jahren haben, welche nicht mehr?

Die IBB hat zwei Standbeine: die Wirtschaftsförderung und die Förderung der Wohnungswirtschaft.

Beides sehe ich auf absehbare Zeit als unverzichtbar für eine wachsende Metropole wie Berlin. Dazu kommen Finanzierungen von Infrastrukturmaßnahmen. Da steht in Berlin eine Menge an, und da wird die IBB ihren Beitrag leisten, diese zu ermöglichen. Neben dem Wohnungsneubau sind das große Investitionen, z. B. in die Mobilität der Stadt.

Auf alle Fälle werden wir uns stetig digitalisieren.


IBB Gebäude

Die IBB in der Bundesallee Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Das bedeutet, dass die IBB ihre Dienstleistungen online anbietet und dabei ihre Prozesse im Sinne des Kunden vereinfacht und verschlankt.

Wenn wir unsere bisherigen Angebote lediglich online abbilden würden, wäre das zu kurz gesprungen.

Sie sind neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Berlin Partner. Was ist Ihre Vision von Berlins Marketing-Organisation?

Berlin Partner ist viel mehr als eine Marketing-Organisation. Hier findet jede Menge Wirtschaftsförderung statt. IBB und Berlin Partner arbeiten sehr eng zusammen. Bei unserem Fördertag war Berlin Partner auch vor Ort. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Technologieförderung. Hier sehe ich Verbesserungspotenzial. Die Fusion von Berlin Partner und Technologieagentur war richtig, gleichwohl müssen wir deutlicher machen, wie technologische Entwicklungen positiv in Unternehmen genutzt werden können. Der alte Spruch „Aus Wissenschaft wird Wirtschaft“ gilt nach wie vor.

Investitionsbank Berlin

IBB: Immobilien- und Wirtschaftsförderung für Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Sie übernahmen im Januar 2015 die 630 Mitarbeiter der IBB. In der IBB sind Sie unter anderem zuständig für Personal in Zeiten des Wandels. Wie sorgt man für den nötigen Geist der Veränderung in einem großen Unternehmen?

Am besten führt man Wandel herbei, indem man als Vorbild vorangeht und integer auftritt. Ich versuche, mein Handeln und meine Worte in Einklang zu bringen. Die Belegschaft hat ein feines Gespür, ob jemand nur den Wandel predigt, selbst aber gern an alten Gewohnheiten festhält.

In der IBB ticken wir im Vorstand alle ähnlich.

Was soll sich in Berlin verändern? Und was muss so bleiben, wie es ist?

Berlin verändert sich ständig, weil die Stadt so stark wächst. Das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Berlin ist völlig anders als noch vor zehn Jahren. Das Thema Wirtschaft hat mehr an Relevanz gewonnen, das freut mich! Berlin wird die Balance zwischen Kreativität und Kommerz halten! Damit bleiben wir attraktiv und verbessern gleichzeitig die Lebensbedingungen für alle in der Stadt.

Warum lieben Sie Berlin?

Weil es keine vergleichbare Stadt gibt, die so viel in einem bietet: Internationalität, Toleranz, Dynamik und eine wahnsinnige kulturelle Vielfalt. In Berlin können Sie frei sein!

 

IBB Anfanhrt

IBB: Haltestelle U-Bahnhof Spichernstraße ©AusserGewöhnlich Berlin

Dieses Interview erschien erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 07/2017.
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