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ROOM IN A BOX: Gerald Dissen und sein Team ©ROOM IN A BOX

Ein Zimmer im Karton – Gerald Dissen

Im Interview mit AusserGewöhnlich Berlin spricht Gerald Dissen, Gründer des Unternehmens, über Nachhaltigkeit und die Vorteile seiner Pappmöbel gegenüber großen Möbelhäusern.

Der Postbote klingelt und dein Zimmer ist da – so könnte man das Konzept von ROOM IN A BOX grob beschreiben. Seit April 2013 fertigt das Unternehmen Möbel aus Pappe an und macht dem gemeinen Umzugsstress damit den Garaus. Aber das Konzept richtet sich nicht nur an faule Menschen. Vor allem ist es ein Gedanke an die Zukunft.

Im Interview mit AusserGewöhnlich Berlin spricht Gerald Dissen, Gründer des Unternehmens, über Nachhaltigkeit und die Vorteile seiner Pappmöbel gegenüber großen Möbelhäusern.

Möbel aus Pappe – wie und warum kommt man auf diese Idee?

Die Idee dazu ist mir auf einer Nachhaltigkeitsmesse im Jahr 2011 gekommen.

Dort hatte ich den ersten Kontakt zu einem Pappmöbel, einem Sessel aus Wellpappe. Angefixt von der Idee habe ich dann begonnen, eigene Entwürfe und Skizzen anzufertigen. Die Materialität, der günstige Rohstoffpreis und die Weiterverarbeitungsmöglichkeiten haben mich damals auch aus der Perspektive eines Wirtschaftswissenschaftlers beeindruckt. Der Schritt zur ROOM-IN-A-BOX-Idee war dann nicht mehr weit.

Flach zusammenlegbare Möbel, die sich einfacher per Post verschicken lassen als herkömmliche Lösungen.

Im Folgenden habe ich mit vielen Leuten über die Idee gesprochen und so meine jetzigen Geschäftspartner kennengelernt. Ich glaube fest daran, dass solche Möbel in der nahen Zukunft noch viel stärker zum Einsatz kommen werden.

Pappmöbel aus Berlin
die Alternative für herkömmliche Möbel ©ROOM IN A BOX

Welche Möbel gibt es bereits und welche folgen noch?

Aktuell vertreiben wir Betten und Hocker aus Wellpappe für den Heimgebrauch. Als Nebenprojekt bieten wir Agenturen und größeren Unternehmen Whiteboards aus Papierrohstoffen an, die besondere Eigenschaften haben.

Langfristig wollen wir ein ganzes Möbel-Set, bestehend aus Tisch, Stuhl, Bett und Regal anbieten.

Was sind die Vorteile von Pappmöbeln gegenüber allen anderen Möbeln?

Pappmöbel sind vor allem für jene Menschen interessant, die entweder Räume für einen begrenzten Zeitpunkt nutzbar machen möchten oder sehr oft umziehen. Hier kommen die Vorteile am besten zum Tragen.

Denn die Möbel sind sehr leicht, einfach umzuziehen (per Post) und können in sehr kurzer Zeit aufgebaut werden.

Auch Kunden, die hohe Ansprüche an das Thema Nachhaltigkeit stellen, gefallen unsere Möbel. Diese sind nämlich zu 85% aus Recyclingmaterial und zu 100% recycelbar.
Haben die Pappmöbel in 10 Jahren das BILLY-Regal verdrängt?

Der ganze Möbelmarkt in Deutschland entwickelt sich immer stärker in Richtung Online-Vertrieb.

Ich denke, große Möbelhäuser werden aufgrund des Erlebnischarakters weiterhin eine Rolle spielen, aber immer stärker unter Druck geraten. Aufgrund unserer Firmen- und Produktionsinfrastruktur können wir aber sehr schnell auf Trends reagieren und im Falle die Produktion in kürzester Zeit ausweiten. Sollte es also wirklich so kommen, dass die Nachfrage rasant steigt, werden wir darauf reagieren können.

Über Gerald Dissen:

Gerald Dissen, Jahrgang 1984, ist ausgebildeter Bankkaufmann und hat an der Universität Witten/Herdecke einen Bachelor im Fach Wirtschaftswissenschaften absolviert. Nach Beendigung einer Zusatzausbildung im Fach Design Thinking am Hasso Plattner Institute in Potsdam arbeitete Gerald als Coach und Berater für namhafte Unternehmen. Neben dem mehrfach ausgezeichneten Gründungsprojekt ROOM IN A BOX, das Gerald seit 2013 vorantreibt, beendete er im Jahr 2015 das Masterstudium Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste.

Dieses Interview erschien erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 12/2016.

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