Bauen, Beton, Berliner Seele – Groth Gruppe

Copyright Groth Gruppe
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Wer aufmerksam durch Berlin geht, findet an vielen Stellen Gebäude, die von der Groth Gruppe gebaut wurden. Seit 1982 hat das Familienunternehmen mehr als 4,5 Milliarden Euro in Wohnungen und Gewerbeflächen investiert.

Die Groth Gruppe, Mitglied von AusserGewöhnlich Berlin, achtet als echtes Berliner Unternehmen darauf, hochwertig und nachhaltig zu bauen, die spezielle Historie der Orte zu berücksichtigen und sich immer der architektonischen und städtebaulichen Verantwortung für die Zukunft Berlins bewusst zu sein.

Wir baten Thomas Groth um die Sichtweise eines Berliner Immobilienunternehmers.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Berliner Familienunternehmen und einem Baukonzern?

Der Hauptunterschied ist zunächst, dass es sich hier um ein Personen-, bzw. Inhabergeführtes Unternehmen handeln, wo das unternehmerische Risiko vom Unternehmer auch persönlich getragen wird. Niemand kann hier nach Ablauf eines Zeitvertrages in die Anonymität abtauchen. Des Weiteren kommt ganz sicher die Verbundenheit mit der Stadt dazu, das Verantwortungsgefühl ihrer sinnvollen Entwicklung gegenüber, das Gespür für den spezifischen Charakter und die Historie der Berliner Kieze, also das Richtige an den richtigen Stellen nachhaltig zu bauen.

Groth_Treppenhaus
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Gibt es überhaupt noch echte Berliner Immobilienunternehmer?

Wir sind seit fast 35 Jahren der beste Beweis dafür, dass es sie gibt und wir sind uns weiterhin der Verantwortung für diese Stadt bewusst.
So ist es uns etwa gelungen, die Quartiere südlich des Tiergartens entsprechend ihrer historischen Bedeutung wiederzuerwecken. Mit unseren Projekten an Wallstraße und Beuthstraßehaben wir dem Bezirk Mitte ein Stück seiner früheren Gestalt zurückgegeben, und mit unseren aktuellen Projekten in der Lehrter Straße und am Mauerpark schließen wir städtebauliche Lücken auf eine Weise, die direkt an die vorhandenen Kiezstrukturen anknüpft.

Groth Gruppe Berlin
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Riskiert Berlin, seine Seele zu verlieren, wenn man immer mehr neue komplette Stadtviertel hochzieht?

Nein, sicher nicht. Oder hat Berlin seine Seele verloren, als James Hobrecht mit seinem städtebaulichen Entwicklungsplan Ende des 19. Jahrhunderts für das Entstehen des Wilhelminischen Rings beförderte? Was damals in kurzer Zeit errichtet wurde, nämlich weite Teile der Bezirke Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Wedding, Charlottenburg, Neukölln und Schöneberg, gehört heute zu den begehrtesten Lagen und ist geradezu Inbegriff für die „Berliner Seele“. Richtig ist aber, dass wir den Rückfall in die Siedlungsbauweise der 1970er Jahre vermeiden müssen. Auch bei Quartiersentwicklungen muss die individuelle Gestalt der Einzelgebäudeim Fokus stehen. Wir befürworten auch die sogenannte Berliner Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen. Wie das umzusetzen ist, haben wir unter anderem mit unserem Projekt FlottwellLiving am Gleisdreieck gezeigt.

 

Wie schaffen wir es, dass Berliner mit Durchschnittseinkommen noch im Zentrum leben können?

Für die Menschen mit Durchschnittseinkommen besteht diesbezüglich keine Gefahr. Gerade die sind es doch, die, motiviert durch niedrige Zinsen, inzwischen verstärkt in Wohneigentum investieren. Wenn man die berühmte Berliner Mischung möchte und damit die Mischung von Menschen mit niedrigem, mittlerem und höherem Einkommen meint, dann bedeutet das einen Wohnungsmix zu schaffen, der von öffentlich geförderten, frei finanzierten Mietwohnungsbau bis hin zu Eigentumswohnungen reicht.
So, wie eben in der Lehrter Straße oder am Mauerpark.

Thomas Groth
Copyrigth Groth Gruppe – Thomas Groth

Wo ist der nächste Berliner Trendbezirk?

Ganz Berlin ist im Trend. Was ein „Trendbezirk“ ist, das richtet sich nach Bedarfen einzelner Bevölkerungsgruppen, die diese Frage sicherlich sehr unterschiedlich beantworten würden. Es gibt sowohl einen Trend von Familien hin zu den grünen Rändern der Stadt, als auch den sozusagen „ewigen Trend“ hin zum Stadtzentrum. Wobei das, was unter „Zentrum“ oder „trendig“ verstanden, immer neu interpretiert wird. Neukölln oder Wedding gelten heute als angesagt und so szenig wie vor einigen Jahren Kreuzberg. Kieze, die in den 1990er Jahren als wenig attraktiv und als „Randlage“ wahrgenommen wurden, sind heute völlig selbstverständlich mitgemeint, wenn man vom Zentrum spricht. Und auch Lagen in der alten City West, in Charlottenburg oder Wilmersdorf, erfreuen sich längst wieder großer Beliebtheit.

 

Was sind die größten Probleme Berlins hinsichtlich des Wohnungsmarktes?

Das größte Problem ist ganz banal: Wir haben zu wenig Wohnungen für die wachsende Bevölkerung der Stadt und wir brauchen die dazugehörigen Grundstücke.
So ist erst mal jedes neue Projekt gut, weil es hilft, Druck vom Markt zu nehmen und Alteingesessenen wie Neu-Berlinern den Wohnraum bereitzustellen, den sie benötigen. Wir dürfen dabei aber auch unsere Verantwortung gegenüber den Menschen und der Stadt nicht vergessen. Das heißt, wir müssen zukunftsfähig und nachhaltig bauen und gleichzeitig darauf achten, dass wir alle Bevölkerungsschichten mitnehmen.

 

Hochhäuser in Berlin oder Berliner Traufhöhe?

Die Berliner Traufhöhe hat unbestritten den baulichen Charakter der Stadt geprägt und wird das in weiten Teilen auch in Zukunft tun. Aber das Wachstum Berlins ist nun einmal durch seine Fläche begrenzt. Insofern werden wir nicht umhin kommen, punktuell auch in die Höhe zu denken.

 

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Groth Gruppe
Die Groth Gruppe mit Sitz in Berlin realisiert seit 1982 anspruchsvolle städtebauliche Projekte in attraktiven Lagen. Von jeher ist es das Anliegen des Familienunternehmens, hochwertig und nachhaltig zu bauen, die spezielle Historie der Lagen zu berücksichtigen und sich der architektonischen und städtebaulichen Verantwortung für die Zukunft bewusst zu sein. Das Unternehmen ist sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst und fördert v.a. Projekte im Bildungs-, Flüchtlings- und Integrationsbereich.
Das Gesamtinvestitionsvolumen der Groth Gruppe seit Gründung beträgt mehr als 4,5 Milliarden Euro.

 

 

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