Companisto und Crowdinvesting

Geschäftsführer von Companisto: Tamo Zwinge ©Max Jurisch

Alle für einen – Companisto crowdinvesting

Geschäftsführer Tamo Zwinge spricht im Interview über Innovation, Engagement und die Gründerhochburg Berlin.

Einer für alle, alle für einen: Dieser Schwur verband die drei Musketiere, heute verbindet er Investoren und Startups. Companisto ist die führende Crowdinvesting Plattform in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über 62.000 Investoren beteiligen sich an knapp 60 Startups und übersetzen so den Schwur in die Moderne.

Geschäftsführer Tamo Zwinge spricht im Interview über Innovation, Engagement und die Gründerhochburg Berlin.

Worin liegt der entscheidende Unterscheid zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting?

Crowdfunding und Crowdinvesting haben vieles gemeinsam – es gibt aber auch Unterschiede. Die Gemeinsamkeit ist, dass über das Internet viele Menschen einen finanziellen Beitrag ihrer Wahl leisten, um ein bestimmtes Vorhaben oder Unternehmen zu finanzieren.

Der Unterschied zwischen den beiden liegt darin, was der Geldgeber als Gegenleistung für seinen finanziellen Beitrag erhält.

Beim Crowdfunding werden zumeist einzelne Projekte, oftmals aus dem künstlerischen Bereich, finanziert und der Geldgeber erhält entweder das zu finanzierende Produkt oder eine symbolische Gegenleistung, wie z.B. die fertige CD.
Beim Crowdinvesting hingegen werden Startups finanziert und die Geldgeber erhalten als Gegenleistung Anteile an dem Startup. Die Investoren haben dadurch teil an zukünftigen Gewinnen der Startups und werden beteiligt, wenn das Startup einmal verkauft wird. Es handelt sich also um ein echtes Investment.
Was macht eine gute Crowdfunding/investing-Kampagne aus?
Nachdem wir mittlerweile 64 Finanzierungsrunden durchgeführt haben, kann ich sagen: Jede Finanzierungsrunde ist anders und hat ihre eigene Dynamik.

Insgesamt glaube ich, dass Offenheit und konstantes Engagement der Schlüssel sind, um erfolgreich zu sein.

Als Gründer und Unternehmer sollte man in der Lage sein, die Kernwerte, für die man als Unternehmen steht, zu kommunizieren. Auch sollte deutlich werden, welches Problem man adressiert und wie der Markt aufgebaut ist.
In welche Branchen investieren die Menschen zurzeit am meisten?
Auf Companisto haben wir wirklich einen sehr breiten Querschnitt finanziert. Von der 360° Kamera Panono aus Berlin, über das nur 12 Kilo schwere E-Bike im Rennrad-Look FREYGEIST, bis hin zu Sawade, eine der ältesten Berliner Schokoladen- und Pralinenmanufakturen, waren vielfältige Ideen dabei. Das Interesse unserer Companisten, so nennen wir unsere Investoren, ist also sehr breit gefächert.
Was war die verrückteste Crowdfunding-Kampagne, die je durchgesetzt wurde? Was ist daraus geworden?
Ich würde eher von Geschäftsideen sprechen, die wirklich begeistern, weil sie innovativ sind. Das ist eigentlich bei allen unseren Finanzierungsrunden der Fall gewesen. Und das ist sicherlich auch das Spannende an unserer täglichen Arbeit als Wagniskapitalgeber:

Neue Ideen kennenzulernen und live mitzubekommen, wie sich der Gründerstandort Deutschland – und Berlin ist hier eine Hochburg – entwickelt.

Wann ist Crowdfunding oder eben -investing besonders empfehlenswert? Wann ist es besser, weniger Investoren und Teilhaber zu haben?

Mit Crowdinvesting können Startups viele Investoren für ihr Geschäftsmodell finden und damit auch langfristige Partner für das eigene Unternehmen.

Die Investoren haben ein Interesse an einer positiven Unternehmensentwicklung und setzen sich häufig auch als Markenbotschafter für ihr Startup ein, oder geben über Open-Innovation-Prozesse Feedback. Das Companisto-Beteiligungsmodell ermöglicht Startups die notwendige unternehmerische Freiheit bei der operativen Geschäftsführung. Crowdinvesting ist deshalb besonders dann empfehlenswert, wenn man nicht nur eine reine Finanzierung will, sondern auch an einem gemeinsamen Weiterentwickeln seines Startups zusammen mit den Investoren ein Interesse hat – und auch die große entstehende Öffentlichkeit für sich nutzen kann.

 

Dieses Interview wurde erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 12/2016 veröffentlicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.