In Berlin gibt es knapp 70 Brauereien

Craft Bier im Braufactum ©Rauschmann

Wie sich Berlin in der Craft Bier Szene schlägt.

Sven Stridde vom BraufactuM am Alexanderplatz, über die Berliner Craft Bier Szene.

Craft Bier floriert in Berlin. Es gibt mittlerweile knapp 70 Berliner Brauereien.

Und es gibt eine Vielzahl von Craft-Bier Bars und Läden. Dabei kommen die Biere aus allen Regionen der Welt. Kaum eine Party vergeht, in der der das Wort Craft Bier nicht fällt.

Der Craft-Bier Trend überschüttet Berlin. Aber ist das ein kurzlebiger Trend oder die Zukunft? 

„Mit dem rasanten Zuwachs an Mikrobrauereien und der ‚Lust am Bier‘, der Experimentierfreude mit alten Hopfensorten, verschiedenen Hefe- und Malzvariationen ist aus dem Feierabendbier längst wieder ein richtiges Kultgetränk geworden.“, sagt Sven Stridde, Betriebsleiter des Restaurant BraufactuM am Alexanderplatz.

„Natürlich hat die Bierindustrie diesen Trend längst erkannt – denn klar hat gerade der Craft-Bier Trend Auswirkungen auf die Industrie und somit natürlich auch auf die Zukunft des Bieres.“, ergänzt der junge Biersommelier.

Das Braufactum Berlin am Alexanderplatz ©White Kitchen

Braufactum Berlin ©White Kitchen

Wie schlägt sich Berlin in der Craft Bier Szene?

„Wer sich die Entwicklung der Amerikanischen Craft Bier Szene anguckt kann leicht ableiten, wie sich der Trend in Deutschland entwickeln wird. Ganz sicher ist Berlin weit vorne mit dabei – denn historisch ist nicht nur München eine Bierstadt, gerade unsere Hauptstadt war noch vor etwa 100 Jahren der weltgrößte Brauereistandort mit fast 100 Brauereien.“

Apropos Standort: Das Braufactum gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch in Dresden, wobei der Dresdner Ableger mit 16 Bieren aus 32 Zapfhähnen ein bisschen größer ist.

Und wie unterscheiden sich die Craft Bier Gelüste der Berliner von denen der Dresdner?

„Während die Berliner viel experimentierfreudiger sind und mehrere Sorten durchprobieren, suchen die Dresdner sich ihr neues Lieblingsbier aus und bleiben diesem auch treu.“, sagt Stridde.

Wie würde Berlin schmecken, wenn man ein Bier aus der Stadt brauen würde?

Sven Stridde verrät: „Ein bisschen würzig-herb und gewöhnungsbedürftig, so wie die Berliner Schnauze, süß im Nachgang wie das Heimweh, das jeder (Wahl-) Berliner spätestens nach einer Woche außerhalb der Stadt verspürt. Und dazu eine experimentelle Note, mit der man so nicht rechnen würde, die einen zuerst erschreckt und man sie dann zu seinem ‚Umami‘ macht!“

Für alle, die nicht wissen, was Umami ist: Wir schmecken nicht nur süß, sauer, salzig und bitter. Wir schmecken auch umami. Das heißt so viel wie „wohlschmeckend“ und wird vor allem beim Verzehr von eiweißreicher Nahrung empfunden.

Gibt es auch verrückte Craft Bier Kombinationen?

„Es gibt schon sehr abgefahrene Biere. Eines der Biere, bei denen die Trinker zuerst die Nase rümpfen, dann aber nicht genug bekommen können, ist das ‚Oude Geuze Boon‘.

Das belgische Bier gehört zu den Lambic Bieren, gären also spontan und sind grundsätzlich ungefiltert, ungesüßt und wie erinnert im Geschmack eher an Champagner als an Bier.“, so der Biersommelier.

Und wer mal über den Berliner Tellerrand sehen möchte:

„Aktuell passiert ja viel in der Craft Bier Szene. Und die gibt es natürlich nicht nur in Berlin. „Es gibt einige ganz hervorragende Brauereien in Hamburg, Hannover oder Heidelberg“, empfiehlt Stridde.

Sven Stridde vom Braufactum am Alexanderplatz ©Spethling, Freachly

Sven Stridde, Betriebsleiter des BraufactuM am Alexanderplatz ©Spethling, Freachly

Der Biersommelier Sven Stridde führt Bier-Neulinge und Craft-Bier-Enthusiasten bei Tastings mit verschiedenen Craft-Bieren der internationalen Brauereien durch die Hopfenszene. Dabei stellt er auch gerne mal abgefahrene Biere vor.

Mehr über Craft Bier erfahrt ihr von den AusserGewöhnlichen Berlinern Marcus Thieme (Stone Brewing) und Michael Schwab (Brewbaker).

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