Palmblätter für den Umweltschutz

Palmblätter für eine Bessere Welt©Leef Blattwerk GmbH

Teller für den Regenwald – Claudio Vietta

Geschäftsführer und Gründer Claudio Vietta spricht im Interview über sein Konzept und wie man mit jedem Teller ein Stück Regenwald retten kann.

Pappe, Plastik und Porzellan war gestern. Die neue Alternative für einen umweltfreundlichen Grillabend sind komplett kompostierbare Teller aus Palmblättern. Genau das setzt die Leef Blattwerk GmbH aus Berlin bereits erfolgreich um. 

Geschäftsführer und Gründer Claudio Vietta spricht im Interview über sein Konzept und wie man mit jedem Teller ein Stück Regenwald retten kann.

Wenn sich die Idee von Leef durchsetzt – ist dann die Existenz von Palmen weltweit gefährdet?

Glücklicherweise nicht, eher das Gegenteil ist der Fall und das hat mehrere Gründe.

Wir nutzen nur Blätter, die an der Palme gewelkt sind und dann selbstständig zu Boden fallen.

Die Palmen bleiben also stehen. Sobald man die Blätter ernten müsste, würde das Produkt zu teuer werden. Wir sparen sogar noch eine Menge CO2 dabei. Die Blätter der Betelpalme, die wir verwenden, sind ein Abfallprodukt der Betelnussernte und werden normalerweise in riesigen Mengen verbrannt.

Jetzt machen wir etwas Sinnvolles damit.

Da Betelnüsse in Indien so beliebt sind, gibt es hier auch einen schier endlosen Vorrat an Blättern, die auch ständig nachwachsen.

Wir setzen dann sogar noch einen drauf: Weil Mutter Natur uns netterweise ihre Blätter für unsere Teller leiht, schützen wir für jeden Teller, den wir verkaufen, die gleiche Fläche des Tellers an Regenwald. Wir arbeiten hier eng mit dem World Land Trust (WLT) zusammen, der für uns die Regenwaldparzellen kauft oder pachtet und dann schützt.

Palmblätter für die Umwelt, Leef Blattwerk GmbH

kompostierbare Teller aus Abfallprodukten ©Leef Blattwerk GmbH

In welchen Müll werfe ich denn einen Teller aus Palmblättern?

Am besten in den Biomüll oder auf den Gartenkompost.

Jeder Teller ist ja nichts weiter als ein einzelnes gepresstes Blatt, das unter normalen Bedingungen binnen 3 Monaten zu Erde kompostiert.

Deswegen ist es übrigens auch kein Problem, sie z.B. beim Picknicken oder Campen einfach in den Wald zu werfen. Ich werfe sie beim Grillen auch oft einfach ins Feuer. Dann gibt’s gar nichts wegzuwerfen und es wird nicht mehr CO2 dabei frei, als sie auch schon beim Wachsen gebunden haben.

Leef Blattwerk und Teller aus Palmblättern
nicht nur stilvoll, sondern auch nachhaltig ©Leef Blattwerk GmbH

Drei Argumente, warum ich beim nächsten Barbecue meine Wurst auf Palmblatt-Teller legen sollte?

Natürlich weil sie viel schöner und wertiger sind und sich auch viel angenehmer anfühlen als alle anderen Einwegprodukte, die es gibt. Gerade gutes Essen hat ja auch eine schöne Präsentation verdient. Man kauft sich ja auch keinen Supercomputer und einen schlechten Monitor dazu.

Der ganze Hintergrund von Nachhaltigkeit, fairer Produktion und Regenwaldschutz ist natürlich auch ein Argument.

Aber eigentlich dient das eher dazu, dass ich die Teller danach auch guten Gewissens wegwerfen kann. Das fehlt mir persönlich übrigens bei vielen Produkten. „Bio“ oder „Fair“ ist da oft ein Selbstzweck.

Ein Produkt sollte besser sein als andere und das „Bio“ oder „Fair“ eher eine Selbstverständlichkeit.

 

Über Claudio Vietta

Claudio Vietta kommt eigentlich aus dem klassischen Design. Nach seinem Studium von Produkt- Und Grafikdesign in Italien, hat er länger in Hongkong als Designer gearbeitet. Später hat er dort ein Studio gegründet und mehrere Jahre lang geführt.
Leef war gewissermaßen sein Weg raus aus dieser Industrie. Claudio Vietta wollte einfach nicht weiter Produkte und Marken entwickeln, die die Menschheit eigentlich nicht braucht.
Bei seinem Mitgründer Marcel Frank war es nicht viel anders. Für ihn war es der Weg raus aus der Luxusgüterindustrie und hin zu einem Business, das in der Welt einen positiven Impact hat.

Über Leef Blattwerk GmbH

Der Grundgedanke, nach dem sich Leef richtet, ist das „cradle-to-cradle-Prinzip“. Sprich, ein gutes Produkt anzubieten, das einen geschlossenen Lebenszyklus hat, der sich in keiner Weise negativ auf Mensch und Natur auswirkt.
Nachdem dies mit eigenen Mitteln in der Produktion in Indien so weit wie möglich umgesetzt war, wurde 2013 in Berlin ein erfolgreiches Crowdfunding durchgeführt, um weitermachen zu können. Die Anfangsjahre waren nicht einfach und konnten nur mit mehreren kleinen Investments überstanden werden.
Nun ist Leef endlich erfolgreich etabliert und ersetzt bei vielen Caterings, Events und Food Trucks die herkömmlichen Plastikteller mit den schönen Blatttellern.

 

Dieser Artikel wurde erstmals im eMagazin von AusserGewöhnlich Berlin in der Ausgabe 12/2016 veröffentlicht.

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