Héloise Le Masne über die Gemeinschaft der Bürger

Héloise Le Masne von Civocracy

Berlin ist schizophren – Civocracy

Die französische Héloise Le Masne lebt in Berlin, arbeitet bei Civocracy als Country Manager für Deutschland und spricht mit uns über das Konzept, schizophrene Berliner und ein gerettetes Restaurant.

Werden aus Berlin tendenziell eher viele oder wenige Diskussionen bei Civocracy eingereicht? Welche Stadt ist Spitzenreiter?
Wir hatten bisher einige aktive Diskussionen aus Berlin. Das könnte aber auch daher kommen, dass Berlin unser Hauptsitz ist. Insgesamt ist keine Stadt Spitzenreiter. Alle Leute auf Civocracy haben in ihrer Gesellschaft etwas zu sagen, egal woher sie kommen. Das können engagierte Bürger sein oder einfach Menschen, die ein spezifisches Thema ansprechen wollen und nicht wissen, an wen sie ihr Anliegen richten sollen. Wir sind nicht nur in Deutschland präsent, sondern auch in den Niederlanden und Frankreich, und dementsprechend kriegen wir Debatten aus ganz unterschiedlichen Orten mit. Manche davon auch aus Ländern, wo wir gar nicht aktiv sind, z.B. Tschechien.

Mit welchen Berliner Werten deckt sich das Konzept von Civocracy?
Ich bin zwar Ausländerin, aber seit 5 Jahren Herzens-Berlinerin und kann sagen, dass Civocracy gegenseitige Einbeziehung und Verständnis unterstützt und ein Gemeinschaftsgefühl generiert.
Für mich trägt Berlin diese Schizophrenie in sich – jeder fühlt sich seinem Kiez zugehörig und hat somit einen starken lokalen Anker (für mich ist es Moabit), ist aber gleichzeitig sehr weltoffen. Ich bin immer noch überrascht, wie offen die Berliner sind und wie viele tolle, zufällige Gespräche man vor einem Späti führen kann.

Civocracy macht eben das: Wir wollen das Gefühl für lokale Gemeinschaft wiederbeleben, das die Leute langsam verlieren, aber wir sind uns auch bewusst, dass die Zeiten vorbei sind, als noch jeder Bürger komplett damit beschäftigt war, was in seiner Nachbarschaft passiert.

Ich selbst bin Französin, habe schon in 5 fremden Ländern gelebt, bin mittlerweile fest in Berlin, habe aber eine Schwester in Kanada und einen Freund aus Bulgarien. Mich interessiert das, was nebenan passiert, genauso wie das, was in meinem Land oder in Europa vor sich geht. Ich glaube, dass der Wert von „Glokalisierung“ bei Civocracy sehr präsent ist.

Welches war die effektivste Abstimmung aus Berlin? Welches die lustigste?
Die lustigste Debatte aus Berlin drehte sich darum, wie man den Anmeldevorgang beim Bürgeramt vereinfachen könnte. Die Leute hatten da ziemlich viele kreative Ideen.
Die effektivste Aktion war definitiv die für Smart Deli. Das Smart Deli ist ein kleines Restaurant, das fast hätte schließen müssen, weil der Mietvertrag geändert worden war. Durch die Mobilisierung auf Civocracy konnte der Mietvertrag dann verlängert und das Restaurant weiter betrieben werden.

Warum wäre mehr direkte Demokratie für Berlin gut?

Wir setzen uns ja nicht für direkte Demokratie per se ein. Wir glauben eher an Mitgestaltung im Einklang miteinander. Auf Civocracy geht es nicht darum, dass jeder mitredet, sondern darum, dass bei den Themen das jeweilige Zielpublikum konkret erreicht wird.

Als Person bin ich ja nicht nur „Bürger“, ich bin auch Student, Mutter, Bio-Liebhaber, Sportfan, Fahrradfahrer… Man hat viele Identitäten.
Wir halten direkte Demokratie nicht für ein Patentrezept. Aber es ist wichtig, betroffene Bürger mehr miteinzubeziehen, damit Städte sich integrativ und nachhaltig entwickeln können. Und nicht nur Städte. Wir arbeiten auch mit Organisationen zusammen, weil wir sehen, dass eine große Macht dahintersteckt, wenn eine Anspruchsgruppe ihre Ideen bündelt. Alle streben nach Resonanz und die Leute wissen, dass kollektive Intelligenz besser ist als Solo-Entscheidungen. Wir machen das möglich.

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Werden aus Berlin tendenziell eher viele oder wenige Diskussionen bei Civocracy eingereicht? Welche Stadt ist Spitzenreiter?
Wir hatten bisher einige aktive Diskussionen aus Berlin. Das könnte aber auch daher kommen, dass Berlin unser Hauptsitz ist. Insgesamt ist keine Stadt Spitzenreiter. Alle Leute auf Civocracy haben in ihrer Gesellschaft etwas zu sagen, egal woher sie kommen. Das können engagierte Bürger sein oder einfach Menschen, die ein spezifisches Thema ansprechen wollen und nicht wissen, an wen sie ihr Anliegen richten sollen. Wir sind nicht nur in Deutschland präsent, sondern auch in den Niederlanden und Frankreich, und dementsprechend kriegen wir Debatten aus ganz unterschiedlichen Orten mit. Manche davon auch aus Ländern, wo wir gar nicht aktiv sind, z.B. Tschechien.

Mit welchen Berliner Werten deckt sich das Konzept von Civocracy?
Ich bin zwar Ausländerin, aber seit 5 Jahren Herzens-Berlinerin und kann sagen, dass Civocracy gegenseitige Einbeziehung und Verständnis unterstützt und ein Gemeinschaftsgefühl generiert.
Für mich trägt Berlin diese Schizophrenie in sich – jeder fühlt sich seinem Kiez zugehörig und hat somit einen starken lokalen Anker (für mich ist es Moabit), ist aber gleichzeitig sehr weltoffen. Ich bin immer noch überrascht, wie offen die Berliner sind und wie viele tolle, zufällige Gespräche man vor einem Späti führen kann.

Civocracy macht eben das: Wir wollen das Gefühl für lokale Gemeinschaft wiederbeleben, das die Leute langsam verlieren, aber wir sind uns auch bewusst, dass die Zeiten vorbei sind, als noch jeder Bürger komplett damit beschäftigt war, was in seiner Nachbarschaft passiert.

Ich selbst bin Französin, habe schon in 5 fremden Ländern gelebt, bin mittlerweile fest in Berlin, habe aber eine Schwester in Kanada und einen Freund aus Bulgarien. Mich interessiert das, was nebenan passiert, genauso wie das, was in meinem Land oder in Europa vor sich geht. Ich glaube, dass der Wert von „Glokalisierung“ bei Civocracy sehr präsent ist.

Welches war die effektivste Abstimmung aus Berlin? Welches die lustigste?
Die lustigste Debatte aus Berlin drehte sich darum, wie man den Anmeldevorgang beim Bürgeramt vereinfachen könnte. Die Leute hatten da ziemlich viele kreative Ideen.
Die effektivste Aktion war definitiv die für Smart Deli. Das Smart Deli ist ein kleines Restaurant, das fast hätte schließen müssen, weil der Mietvertrag geändert worden war. Durch die Mobilisierung auf Civocracy konnte der Mietvertrag dann verlängert und das Restaurant weiter betrieben werden.

Warum wäre mehr direkte Demokratie für Berlin gut?

Wir setzen uns ja nicht für direkte Demokratie per se ein. Wir glauben eher an Mitgestaltung im Einklang miteinander. Auf Civocracy geht es nicht darum, dass jeder mitredet, sondern darum, dass bei den Themen das jeweilige Zielpublikum konkret erreicht wird.

Als Person bin ich ja nicht nur „Bürger“, ich bin auch Student, Mutter, Bio-Liebhaber, Sportfan, Fahrradfahrer… Man hat viele Identitäten.
Wir halten direkte Demokratie nicht für ein Patentrezept. Aber es ist wichtig, betroffene Bürger mehr miteinzubeziehen, damit Städte sich integrativ und nachhaltig entwickeln können. Und nicht nur Städte. Wir arbeiten auch mit Organisationen zusammen, weil wir sehen, dass eine große Macht dahintersteckt, wenn eine Anspruchsgruppe ihre Ideen bündelt. Alle streben nach Resonanz und die Leute wissen, dass kollektive Intelligenz besser ist als Solo-Entscheidungen. Wir machen das möglich.

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