Carolina Amaya in der Zwitschermaschine in Berlin Schöneberg

Künstlerin Carolina Amaya (hinten) und die Kuratorel Michelle Houston und Denis Leo Hegic ©Jasa Osa

In welcher Kunstausstellung der Berliner pimpern kann

Carolina Amaya macht Artporn. Aktuell macht sie eine Installation in der Zwitschermaschine und lädt uns in ihr Bett. Das Kuratorenpaar Michelle Houston und Denis Leo Hegic berichten.

Carolina Amaya verteilt ihre Kunst in der ganzen Welt.

Ruhe gönnt sie sich in Hotelzimmern in den verschiedenen Städten. Ihre Verbundenheit zu Hotelzimmern zeigt sie in ihrer Installation “ZIMMERFREIheit” in der Zwitschermaschine, kuratiert von Michelle Houston und Denis Leo Hegic.

Hier gestaltet Carolina Amaya das perfekte Hotelzimmer, ein Ort, indem sie ihre Wünsche und Träume an die Wände bringt. Wie in einem echten perfekten Hotelzimmer, kann man hier schlafen und andere Dinge machen, denn ein Bett steht bereit.

„Tagsüber ist der Raum tatsächlich eine für Besucher offene Ausstellung. Ab 20 Uhr verwandelt sich die Galerie in ein Hotelzimmer. Es ist möglich, das Zimmer zu buchen, in der Kunst zu übernachten, in Carolinas Bett Liebe zu machen. Warum nicht gleich ein Baby in dem Flokati Bett zeugen, …“, so Houston.

Aber Achtung: Carolina Amaya ist nichts für Anfänger, sie macht Artporn.

Qietschbunte Neonfarben und haarige Wände zeugen davon. In ihrer Kunst trifft hart auf weich. Eben wie in einem guten Porno.

Porno ist auch die Gegend um die Zwitschermaschine.

Die Potsdamer Straße ist eine Mischung aus Gentrifizierung, Straßenstrich und Trash. An der einen Straßenecke stehen Prostituierte, an der anderen Ecke wäscht jemand seinen Mercedes. Verschiedene Welten treffen in der Potsdamer Straße aufeinander.

“ZIMMERFREIheit ist der Mittelfinger ins Gesicht des Opportunismus der Potsdamer Straße und Umgebung” sagt Houston. “Tagsüber werden in dieser Straße, die eine der Hauptkunstmeilen der Stadt ist, werbewirksame und sinnentleerte Feminismusplatitüden rausgehauen. Abends kümmert sich allerdings niemand von diesen PR-Maschinisten um die Frauen, die teilweise direkt vor ihren Türen stehen, misshandelt werden, ja sogar manchmal in aller Öffentlichkeit von den Zuhältern geschlagen werden.”

„Fake it until you make it“ ergänzt Hegic. „Wir finden in dem Schmutz der Selbstdarstellung des Kunstmarktes durchaus aber eine gewisse Sexyness. Die Verlogenheit, Psychotricks und Egotrips sind tatsächlich guter Stoff fürs Geschichtenerzählen.
Die Arbeit der Galeristen unterscheidet sich dabei grundsätzlich kaum von der Arbeit der Sexarbeiterinnen. Beide verkaufen Phantasien, wecken Begehrlichkeiten, streicheln die Egos und wenden dabei ganz ähnliche psychologische Taktiken an. Carolinas Arbeit kommt ebenso von der Straße. Angefangen hat sie als Street Art Künstlerin und in ihrer Einzelausstellung bringt sie weiterhin die Straße in ihre Arbeit hinein. In diesem Fall die Potsdamer in die Galerie.“

Wer Carolina Amayas Artporn sehen will, in einer Straße in der alle Welten aufeinanderprallen, sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen.

Die Ausstellung „ZIMMERFREIheit“ ist bis zum 04.08.2018 in der Zwitschermaschine, Potsdamer Str. 161, 10783 Berlin zu sehen.
Wer eine Frage hat oder eine Nacht in Carolinas Bett verbringen will: contact@berlinartsociety.com

Über die Kuratoren
Sie gelten als die Enfants Terribles der Berliner Kunstszene: Denis Leo Hegic und Michelle Houston.
Er der Namensgeber von Wandelism und Kurator, der in Taiwan, China, Berlin und Russland arbeitet, sichtbar bemüht das elitäre Etikett des „Kurators“ von sich zu schieben und sich lieber als „Storyteller“ vorzustellen.

Sie eine ehemaliger Christie´s Agentin, die London verließ und mit ihrem „Queens English“ zur Lady der Berliner Street Art Szene wurde. Zusammen sind sie ein mutiges Kuratorenpaar, welches “PR-gewashten Bullshit und Plattitüden” (Zitat Hegic & Houston) erfolgreich vermeidet und dafür die besten Kunstshows der Stadt liefert.

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