BossHoss zu Gast bei einem Salon von AusserGewöhnlich Berlin.

Alec Völkel und Alexander S. Wolf sprechen über das neue Album "Black Is Beautiful" von BossHoss. ©AusserGewöhnlich Berlin

Warum sich BossHoss wegen der Digitalisierung den Arsch abrackert und was wir daraus lernen

Alec von BossHoss und Alexander S. Wolf sprechen über die Digitalisierung beim Salon im 260 Grad auf dem Mercedes Platz.

Wir haben uns in der Rooftop Bar 260 Grad auf dem Mercedes Platz getroffen. Der AusserGewöhnliche Berliner Michael Hapka hat uns eingeladen. Und wir haben einen Ehrengast mitgebracht: Boss Burns aka Alec Völkel von BossHoss.

Das Thema des Salons: Veränderung.

Der digitale Wandel verändert alles. Und er betrifft uns alle.

Die Digitalisierung beeinflusst die Musik-, Konzert- und Eventbranche. Braucht man eigentlich noch Orte wie die neue Verti Music Hall, die neue Veranstaltungsreihe auf dem Mercedes Platz, wenn wir Konzerte heute in 3D ansehen können?

Peter-Florian Nyari, Michael Hapka und Alexander S. Wolf bei einem Salon von AusserGewöhnlich Berlin.

Das Thema des Salons: Veränderung. ©AusserGewöhnlich Berlin

Auf jeden Fall, meint Michael Hapka, Geschäftsführer der Anschutz Entertainment Group (AEG): „Die Live Industrie ist für die Musikbranche auf jeden Fall das wichtigste Instrument, um heute Geld zu verdienen, und es ist nicht ersetzbar durch ein virtuelles Erlebnis. 3D gibt einen Vorgeschmack, aber niemand schaut sich 1,5 Stunden lang BossHoss in 3D an. Das wollen die Leute lieber live sehen. Live-Erlebnisse werden also zunehmend wichtig durch die Digitalisierung. Man muss sich eben an neue Gegebenheiten anpassen.“

Was sich allerdings ändern muss, ist die Qualität des Angebots von Konzert-Locations:

„Die Ansprüche an Content und Interaktion werden immer höher. Der Fan, besonders der junge Musikfan, will vor, während, und nach eines Konzerts kommunizieren, will gut erreichbar sein, d.h.: Konnektivität, gutes W-Lan, digitale Screens. Er möchte gerne Merchandise auch über App bestellen können oder sein Bier, und natürlich teilen, über Social Media.“, so Hapka.

 

BossHoss bei AusserGewöhnlich Berlin:

Alec von BossHoss und Alexander Wolf sprechen über Veränderung in der Musikbranche. ©AusserGewöhnlich Berlin

Diese Meinung teilt Alec, Boss Burns, von BossHoss. Im Gespräch mit Alexander S. Wolf erzählt er vor 80 AusserGewöhnlichen Berlinern im 260 Grad von den Veränderungen in der Musikbranche:

Der Wolf: Wie hat sich die Musikbranche verändert?

Boss Burns: Ich glaube es gibt kaum eine Branche, die einen härteren, radikaleren und technisch revolutionäreren Wandel durchgemacht hat, wie die Musikbranche.

Als ich die Musik für mich entdeckte, gab es Platten und Musik-Kassetten. Als BossHoss dann vor 15 Jahren an den Start ging, gab es schon CDs. Und heute gibt die Musikbibliothek der Welt für ein 10 Euro im Monatsabo bei spotify. Oder, wenn man Werbung akzeptiert, für umsonst. Und damit verdienen Musiker kein Geld mehr mit Musik.

Alec von BossHoss und Alexander Wolf über Wandel und Veränderung, besonders in der Musikbranche.

Beim Salon in der Roof Top Bar 260 Grad spricht Alexander Wolf mit Alec von BossHoss ©AusserGewöhnlich Berlin

Der Wolf: Wie hat sich das finanziell auf euch ausgewirkt?

Boss Burns: An einer CD verdienst Du ungefähr 2,50 Euro, je nachdem, was du für einen Deal hast. Dann kam iTunes, als Schritt vom physischen Tonträger hin zum digitalen Musikwerk. So ein iTunes Song hat zwischen 1 Euro und 1,50 gekostet, und da bekommst du so 30 Prozent als Musiker. Das ist zwar weniger als bei einer CD, aber Musik hatte immer noch einen Wert.

Heute gibt es Streaming-Dienste wie spotify. Da müsste man einen Song, ich habe das mal ganz grob überschlagen, 2000 bis 5000 Mal streamen, um den gleichen Umsatz zu generieren, wie mit einer CD.

Von der Kassette zum Stream auf dem iPad. ©AusserGewöhnlich Berlin

Der Wolf: Und was macht ihr jetzt, um euer Leben als Musiker zu finanzieren?

Boss Burns: Wir als Künstler müssen eben mehr auf die Straße und uns den Arsch abrackern.

Früher bist Du auf Tournee gegangen, um dein Album zu promoten. Heute machst Du ein Album, um auf Tournee zu gehen. Weil Du live dein Geld verdienst.

Denn das live-Erlebnis, mit Freunden auf ein Konzert gehen, Bier trinken, dabei sein, nicht kopierbar, nicht digitalisierbar. Das kannst du nicht downloaden und es hat einen hohen emotionalen Wert.

Es wird in Zukunft anstrengender, aber es macht auch mehr Spaß. Du musst als Musiker wieder auf der Straße Dein Geld verdienen.

Salon mit Alec von BossHoss im 260 Grad ©AusserGewöhnlich Berlin

Der Wolf: Habt ihr ein Geheimrezept zum Überleben in der Digitalisierung?

Boss Burns: Ja. Aufbau Deiner Marke. Boss Hoss ist eine starke Marke. Wir sind unique, niemand ist wie wir. Wir tun was wir wollen, mit Liebe und Leidenschaft und uns sind unsere Werte bewusst: BossHoss ist unangepasst, polarisierend, ungewöhnlich, nicht kopierbar, … Das kann uns keiner nehmen und das lassen wir uns nicht nehmen.

Wenn man den Wandel in einer digitalisierten Welt gut überleben will, muss man sich auf den Aufbau seiner Marke konzentrieren. Die Menschen suchen immer mehr nach Identifikation, nach Werte-Gemeinschaften. Bei Boss Hoss ist es die Freiheit, das Cowboy-Image auf die moderne Großstadt übertragen – der Mythos des Urban Cowboy.

Wenn man eine Marke hat, die Identifikation schafft, kann man dann unterschiedliche Produkte und Services entwickeln. Denn Du hast dann eine community, die Dir folgt. Und dann ist eine sich schnell wandelnde Welt auf einmal nicht mehr gefährlich, sondern spannend.

Du musst nur aufhören, in Produkten zu denken, und anfangen, in Werten zu denken.  

Auf einem Salon von AusserGewöhnlich Berlin zeigt Alec von BossHoss das neue Video.

Alec von BossHoss zeigt das neue Video zur Single "AYO". ©AusserGewöhnlich Berlin

Was Du konkret von BossHoss mitnehmen kannst:

Jammern, meckern und resignieren bringt nichts. Du  kannst Dich hinstellen und die Veränderung ablehnen, aber sie passiert trotzdem. Dann bleibst Du aber auf der Strecke.

„Du kannst nur mit der Veränderung umgehen, wenn Du sie umarmst und nach Hause einlädst.“, sagt Alec. Konkret heißt das:

  1. Akzeptiere die Veränderung. Berliner meckern immer, aber letztendlich umarmen Sie die Herausforderung.
  2. Beschäftige dich mit neuen Kanälen. Durch die Digitalisierung fließen die Geldströme anders. Heute musst Du dich mit Social Media und Online Marketing und Kooperationen (wie Werbe- und Markenkooperationen) beschäftigen.
  3. Du musst deine Nische finden, die klein genug ist, dass Du sie ausfüllst. Und dann musst Du dich reinsetzen und das bekanntest Gesicht deiner Nische werden.
  4. Entwickle Deine Marke, schaffe eine Werte-Gemeinschaft. Mach aus Deinen Kunden eine community, die sich mit Dir identifiziert.
Lockere Atmosphäre beim Salon von AusserGewöhnlich Berlin mit BossHoss.

BossHoss: "Du musst die Veränderung umarmen und nach Hause einladen" ©AusserGewöhnlich Berlin

Das, was Berlin und die Welt aktuell am meisten braucht, ist Offenheit für Neues. Wir haben zwar alle Angst vor Veränderung. Aber, was den AusserGewöhnlichen Berliner von anderen unterscheidet, ist, dass er nicht aufgibt.

Egal was kommt, wir meckern, blockieren oder haben Angst. Aber am Ende umarmen wir die Veränderung und lassen uns etwas einfallen.

Veränderung ist gut. Da wo mal die Mauer stand, stehen wir heute mit Berlinern aus allen Ecken und Sparten der Stadt zusammen und feiern bis in den Morgen. Zum Beispiel in der 260 Grad Bar.

Salon mit BossHoss: Wandel und Digitalisierung ist das Thema des Tages

Salon mit BossHoss im 260 Grad. ©AusserGewöhnlich Berlin

AusserGewöhnliche Berliner im 260 Grad beim Salon mit BossHoss.

Die Dachterrasse des 260 Grad mit Ausblick. ©AusserGewöhnlich Berlin

Alec von BossHoss kam zum Salon von AusserGewöhnlich Berlin ins 260 Grad.

AusserGewöhnliche Berliner in der Roof Top Bar 260 Grad am Mercedes Platz. ©AusserGewöhnlich Berlin

Der AusserGewöhnliche Berliner Jan Häusler beim Salon mit Alec von BossHoss.

Der AusserGewöhnliche Berliner Jan Häusler Salon im 260 Grad ©AusserGewöhnlich Berlin

Der Salon mit Alec von BossHoss im 260 Grad.

Netzwerktreffen im 260 Grad Berlin ©AusserGewöhnlich Berlin

Salon mit Alec von BossHoss im 260 Grad ©AusserGewöhnlich Berlin

AusserGewöhnliche Berliner haben mit BossHoss über Digitalisierung gesprochen.

Der AusserGewöhnliche Berliner Christopher O`Connor beim Salon mit BossHoss. ©AusserGewöhnlich Berlin

BossHoss-Salon zwischen Mercedes-Benz Arena und Spree: die 260 Grad Roof Top Bar.

Die AusserGewöhnlichen Berliner Dr. Sabine Schulze und Christian Hampe beim Salon mit BossHoss. ©AusserGewöhnlich Berlin

Die Fotografin.

Spiegelnde Aussicht: Salon mit BossHoss im 260 Grad ©AusserGewöhnlich Berlin

Plant Alec schon das nächste Album? Alec von BossHoss beim Salon von AusseGewöhnlich Berlin.

Work hard, play harder. ©AusserGewöhnlich Berlin

Der Ausblick auf die Oberbaumbrücke vom 260 Grad: Salon mit BossHoss.

Mit der Aussicht schmeckt der Morgen-Kaffee am besten. ©AusserGewöhnlich Berlin

Mercedes Platz wurde 2018 neu eröffnet.

Der neue Mercedes Platz. ©AusserGewöhnlich Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.