Was kann die Wirtschaft von der Berliner Subkultur lernen?

Berliner Subkultur am Holzmarkt © AusserGewöhnlich Berlin
Berliner Subkultur am Holzmarkt © AusserGewöhnlich Berlin
„Null Euro“ lautete die Antwort der Holzmarkt-Betreiber auf die Frage, wie viel öffentliche Gelder bisher in den Aufbau des neuen Spree-Kiezes zwischen Jannowitzbrücke und Ostbahnhof geflossen sind. Der Holzmarkt ist Berliner Subkultur pur. Und ein Vorzeigeprojekt für die Berliner Wirtschaft?

Berliner Subkultur? Wie funktioniert das überhaupt? Bei einem Treffen der AusserGewöhnlichen Berliner am Holzmarkt erfahren wir von unseren Gastgebern, der „Genossenschaft für urbane Kreativität„, dass es beim Projekt Holzmarkt um den „Genuss von Kreativität“ geht. Die Genossenschaft sorgt für die Spielregeln, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern, die kreativen Künstler können sich auf dieser sicheren Basis frei austoben. So wird Subkultur zum Wirtschaftsmodell. Aber warum wird so etwas nicht überall in der Stadt gemacht? Weil allein das Wort ‚Kreativität‘ für die Wirtschaft oft ein Fremdwort ist – das klingt dem BWLer viel zu unseriös. Aber der Holzmarkt funktioniert, und er ist ein Publikumsmagnet. Also fragten wir unsere Berlin Entscheider an diesem Abend:

Was kann die Berliner Wirtschaft von der Berliner Subkultur lernen?

Hier kommen die besten Antworten:

 

„Den Mut haben, an einer Idee festzuhalten und dran zu bleiben.“

Kreativität und SpontaneitätQuerdenken und nicht an Richtlinien zu halten.“

Frei sein und sich keinem Zwang zu unterwerfen.“

„Etwas MACHEN, ohne Planung und ohne zu wissen, ob es klappt und was die Konsequenzen sind.“

Berliner Subkultur am Holzmarkt Betreten verboten
Holzmarkt Spreeuferzugang © AusserGewöhnlich Berlin

„Unkonventionelle Lösungswege zu finden.“

„Mal nicht professionell sein und viel Passion.“

„Gerne mal auf die Fresse zu fliegen und am Boden liegen. Das ist der Berliner Subkultur oft passiert.“

„Wandelbar zu sein und sich immer wieder neu zu erfinden.“

Leidenschaft und Hingabe.“

„Den Kontrollwahn ablegen und Spielräume schaffen.“

„Den bedingungslosen Glauben an sich selbst zu behalten.“

Moral und Ethik.“

„Wikipedia ist völlig unorganisiert entstanden und ist nun die größte Plattform der Welt. Das ist doch ein super Beispiel. Erkenntnis kommt durch teilen. Und in der Wirtschaft wird nicht geteilt.“

Hierarchiedenken abschaffen. Die gibt es in der Berliner Subkultur nicht.“

„Die Wirtschaft sollte Freiräume zum Träumen schaffen. Das schafft Wendigkeit und Experimentierfreude.“

Authentisch sein. Das kommt den meisten Kultureinrichtungen, die auch wirtschaftlich handelt wollen, irgendwann abhanden. Man muss den Dingen die Zeit geben, aus sich selbst heraus zu entstehen.“

„Die Wirtschaft sollte diese ganzen Bedenkenträger abschaffen. Nicht ständig „Ja aber…“ „Wer weiß, ob…“ einwenden. Und nicht immer alles perfekt machen wollen. Sondern wie die Subkultur es ausprobieren und erstmal machen.“

Alternativen zulassen.“

„In der Wirtschaft kommt alle paar Jahre ein neues Management und will alles umwälzen. Initiativen werden von unten nach oben getragen. Dann stehen auch alle dahinter.“

„Flexibilität: z.B. Kater Holzig: wir scheissen auf unsere bisherigen Grundlagen: Hauptsache, es funktioniert. Damit es funktioniert, ändern wir uns, solange, bis es funktioniert.“

Mut: was wagen, sich trauen, Dinge unternehmen.“

Toleranz und Offenheit : als ich nach Berlin kam, studierte ich Jura. Und ich dachte: ich bin nicht kreativ, kann nicht mit Kreativen arbeiten. Aber ich habe von den Gründern des Holzmarktes gelernt, dass man mitarbeiten kann, wenn man seinen richtigen Platz im Team findet.“

„Visionäres Denken: Trends, Entwicklungen und zukünftige Probleme erkennen.“

Plätze in Berlin gemeinsam zu besetzen. Denn immer, wenn in Berlin leere Plätze mit neuen Ideen besetzt wurden, kam etwas Tolles dabei heraus.“

Pragmatismus: Menschen nach ihren Stärken einzusetzen und nicht die Menschen in den vorgefertigten Job zu pressen. Kommunikationsfähigkeit: gute, faire Kommunikation untereinander.“

„Individualität: jeder Mensch hat Kreativität, die man fördern sollte. Wenn man Mitarbeiter ihre persönliche Subkultur ausleben lässt, profitiert das Unternehmen.“

Berliner Subkultur am Holzmarkt
Holzmarkt Sandkasten © AusserGewöhnlich Berlin

„Als ich nach Berlin kam, gab es im Westen noch die alten Industrien: Siemens, AEG, etc. Im Osten gab es nur illegale Clubs, illegale Restaurants, besetzte Wohnungen. Heute sind diese Illegalen funktionierende, erfolgreiche Unternehmen, die alten im Westen sind weg. Die Wirtschaft muss mehr wagen, Dinge laufen lassen.

„Ich habe in China Riesenballons in rot bestellt, ohne zu wissen, wozu. Meine Mitarbeiter haben mich für verrückt gehalten. Und ich weiß nicht, was wir mit den Dingern anfangen sollen. Aber manchmal muss man seinen Ideen folgen.“

„Was denkt Ihr?“

Was kann die Berliner Wirtschaft von Berliner Subkultur lernen?

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2 Kommentare zu “Was kann die Wirtschaft von der Berliner Subkultur lernen?

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