Abriss The Haus am Berliner Ku'Damm

Abriss The Haus: Die größte temporäre Urban Art Galerie ist geschlossen ©AusserGewöhnlich Berlin

Wir haben den Berliner Stempel in den Ku’Damm gepresst – Abriss The Haus

Abriss The Haus: Alexander S. Wolf, Mitinitiator des Projektes, über neue Chancen für Berlin.

Abriss The Haus: Die Türen der alten Zentralkasse am Berliner Ku’Damm sind geschlossen.

Hinter den Kulissen versammeln sich Künstler im Aufenthaltsraum. Bierkästen, wie eine zweite Haut vor die Wände gestapelt, Jägermeisterhahn in der Wand und Graffiti. Inmitten des Trubels sitzt ein Mann im Anzug auf einem Klappstuhl. Macbook auf den Knien, Krawatte um den Hals. Der Spießer unter den Künstlern ist Alexander S. Wolf, Mitinitiator von The Haus.

Alexander Wolf vor dem Abriss von The Haus

Alexander Wolf in The Haus ©AusserGewöhnlich Berlin

„Wir haben der Welt gezeigt, dass Berlin immer noch lebendig ist und zu was die Subkultur in Berlin in der Lage ist.“


So fasst Alexander Wolf zusammen. Spannung, Überraschung, Wildheit: Das war Berlins Hauptmerkmal in den 90er Jahren. Heute stirbt die Stadt von innen. Immobilieninvestoren schlagen auf Flächen für Künstler die Beine übereinander, während ihnen Kunstschaffende zähnefletschend den Rücken zukehren. Die Schere zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft wird immer größer. Bis jetzt, denn The Haus ist ein Signalruf an die Stadt:

„Liebe Immobilienbranche, Kreative sind nicht nur Vandalen, das sind die Leute, die dafür sorgen können, dass die Immobilien in Berlin interessante Investments bleiben, weil sie eure Bauprojekte wertvoller machen. Und liebe Künstler, das sind nicht nur Immobilienhaie. Das sind eure Kooperationspartner, mit denen ihr grandiose Projekte durchführen könnt.“


Was kommt nach dem Abriss The Haus?

Abriss The Haus: Alexander Wolf mit Künstlern im The Haus ©AusserGewöhnlich Berlin

The Haus hat den Anfang einer Rückeroberung der Innenstadt durch die Kultur gesetzt, indem es Zwischennutzungskonzepte angeregt hat.

The Haus war also nur der Anfang.

Nach dem Abriss The Haus:

"Make Art Not War" von Shepard Fairey ist im Rahmen des Projekts Urban Nation entstanden ©AusserGewöhnlich Berlin

Nach dem Abriss The Haus regt Alexander Wolf nun ein Folgeprojekt an, eine Art „AirBnB für Kultur und Immobilien“.

Immobilienentwickler könnten anrufen und freie Flächen melden, während Künstler ihren Bedarf einstellen könnten. Dann gäbe es ein rotes Telefon für weitere Aktionen wie The Haus.

Für Berlin wünscht sich Alexander Wolf, dass wir lernen, mit den Menschen zu reden, mit denen wir sonst nicht reden würden, weil von dort eventuell die besten Lösungen für unsere größten Probleme kommen: Zum Beispiel der Immobilienentwickler Pandion, der für knapp 170 Künstler die Lösung ihrer Raumprobleme wurde – zumindest für 2 Monate.

„Wir können in dieser Stadt zeigen, wie eine moderne gemeinschaftliche, heterogene, Kooperations-Metropole aussieht, wo es keine Zäune zwischen den Szenen gibt. Collaboration ist die Lösung für viele Probleme in den Megastädten.“


Der letzte Tag im The Haus

The Ende - Abriss The Haus ©AusserGewöhnlich Berlin

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