Jesko Klatt ist Geschäftsführer des The Grand

Der Berliner Gastro Unternehmer Jesko Klatt ©AusserGewöhnlich Berlin

Dekadent, runtergerockt und irgendwie bunt – 1842 The Grand

Der AusserGewöhnliche Berliner und Club Chef Jesko Klatt über 1842 The Grand.

Das The Grand ist wie ein Grand-Hotel, in dem man überall Berlins Geschichte spürt. AusserGewöhnlich Berlin ist der Club, der Berlins Traditionen pflegt: Offenheit. Die Mitglieder kommen aus allen Branchen Berlins, von der Wirtschaft bis hin zu Kunst. Jetzt hat AusserGewöhnlich Berlin einen Clubraum in The Grand: 1842 The Grand. 

 

Was wäre ein gutes Bild für The Grand?

Ich würde gar kein Bild nennen wollen, das wäre ein Label. The Grand ist eine Mischung: Dekadent, runtergerockt und irgendwie bunt.

Inwieweit ist das The Grand ein Club, der so nur in Berlin stehen kann und nicht in München, London oder Hamburg?

„Wenn jemand nach Berlin kommt, dann liebt er Berlin für dieses abgerockte Element.“


Ich weiß nicht, ob der Club in Hamburg oder New York nicht funktionieren könnte, aber die Leute, die kommen, lieben Berlin genau dafür.

München ist zum Beispiel cleaner.

Das The Grand findest Du am Alexanderplatz. Und auch 1842 The Grand.

1842 The Grand ©AusserGewöhnlich Berlin

Kann man bei euch eigentlich im Club rauchen?

Ja, man kann in der Bar rauchen. Das ist Freiheit im Rahmen des Rauchergesetztes.

Die Option zu haben, ist eine Spielart, die dazu gehört.

Wollen die Berliner immer eine Option haben?

Volles Rohr.

Das ist die Freiheit der großen Stadt. Ich weiß nicht, wie oft man ins Theater geht, aber das man ins Theater gehen kann, wenn man das will, ist Freiheit. Dann weißt du genau, dass Du dich in einer wachsenden Weltstadt bewegst. Und das immer etwas passiert.

Hier brauchst Du dich nur umsehen. Jeder hat eine Idee und es passiert irgendwas. Und das ist das spannende an der Stadt. Dazu ist Berlin noch wahnsinnig kreativ dazu. Und es geht nicht immer alles sofort um Geld.

„Wenn Du in London etwas machst, musst Du viel Geld mitbringen. In Berlin arbeiten die Menschen noch viel Hand in Hand und jeder wirft etwas in den Topf. Das ist das Besondere an Berlin.“


Und das ist auch das Besondere an The Grand. Verschiedenste Leute werfen von verschiedensten Aspekten etwas in einen Topf. Daraus entstehen Symbiosen und Kreationen. Und das hat Berlin reichlich.

Was erwartest Du von 1842 The Grand in der Zukunft?

1842 The Grand ist der Clubraum von AusserGewöhnlich Berlin. Hier vernetzen sich alle Menschen, die Berlin verstehen, schätzen und entwickeln.

Vom DJ, über den Handwerker bis zum Makler. Und diese Leute treffen sich alle bei uns im The Grand. Hier wird viel stattfinden.

AusserGewöhnlich Berlin hat ein Zuhause, eine Base im The Grand. Und wir erhoffen uns dadurch Innovation, Kommunikation und noch mehr Entwicklung. Gemeinsam gehen The Grand und AusserGewöhnlich Berlin irgendwo hin. Ich habe noch keinen festen Plan dafür. Aber ich glaube, hier passiert etwas, das spannend wird und symbiotisch etwas lostritt.

Das The Grand am Alexanderplatz stammt von 1842

Das The Grand gibt es seit 1842 ©AusserGewöhnlich Berlin

Warum heißt das 1842, warum der Name?

1842 kommt daher, dass dieses Gebäude tatsächlich von 1842 stammt. Es ist ein altes Schulgebäude einer Mädchen- und Jungenschule.

Wir haben dieses Gebäude nach der Wende gefunden. Es stand leer und war eine Ruine. Wir haben jeden Boden und jede Decke herausgenommen. Und The Grand daraus gemacht.

Wer darf bei 1842 The Grand nicht mitmachen?

1842 The Grand braucht keine engstirnigen, rassistischen, bornierten, aggressiven Menschen, eben alles was Berlin nicht ausmacht. Und ansonsten je bunter desto besser.

1842 The Grand: Die Bar

Party bei 1842 The Grand ©AusserGewöhnlich Berlin

Du hast die freie Wahl: Du kannst dir alle Events oder Ereignisse ins The Grand wünschen. Welche hättest Du gerne?

Die geilsten Abende im The Grand sind, wenn hier die Kombination passiert. Was ich liebe ist: Das Restaurant ist voll, im Club läuft ein Event, oben noch eine Vernissage und 1842 HEIMAT BERLIN in der Suite.

Was war die Grundidee von The Grand?

Die Grundidee ist ein Hotel ohne Zimmer. Wir haben Suiten, wir haben die Galerie, den Salon, den Ballroom und den Club. Das Grand hat alles, was ein Hotel hat, bis auf die Zimmer.

Style mäßig inspiriert hat mich das Hotel International, das ich vor Jahren in Kuba gesehen habe. Es war ein Grand Hotel aus den Dreißigern. Dazu aber total runtergerockt. Die Tapete war runter gepellt, es gab teure riesige Teppiche, die aber völlig verfilzt waren. Der Gegensatz ist für mich wunderschön. Und das war die Idee für The Grand. Viele Materialien in The Grand sind sehr hochwertig, wie Stein, Leder und Marmor und ansonsten ist es sehr abgerockt.

Ist das typisch Berlin?

„Ja, abgerockt ist typisch Berlin.“


Gastro-Unternehmer Jesko Klatt und Alexander S. Wolf, Gründer von AusserGewöhnlich Berlin

Jesko Klatt und Alexander Wolf von AusserGewöhnlich Berlin in The Grand

Würdest Du sagen, dass man Geld haben muss, um ins Grand zu kommen?

Nein, gar nicht.

Das Grand ist preislich weder im untersten Spektrum noch im obersten. Wir achten darauf, moderat zu sein, aber wir kochen auf einem hohen Niveau. Und das zieht unterschiedliche Menschen ins The Grand.

Alles, was ich je gemacht habe, ist eine Mischung. Ich habe nie einen reinen Club gemacht, elektronisch, mit Dresscode, wo nur Leute bis 25 reinkommen. Im Gegenteil. Am spannendsten ist es, wenn sich alles aufmischt. Und so ist das hier auch.

Und das ist wiederum typisch Berlin?

Ja, ich glaube das ist Berlin.

Ich bin schon echt lange in Berlin. Und ich muss sagen, das Berlin zum Anfang immer in Sektoren gearbeitet hat. Ich hatte mich immer gewundert, warum die Jungs aus Kreuzberg nicht nach Mitte gegangen sind. Kreuzberg war Kreuzberg und Charlottenburg war Charlottenburg. Das war schon fast dörflich, wie eine kleine Gemeinde. Die Kieze haben sich selten vermischt.

Wir haben daran gearbeitet, The Grand so aufzubrechen, dass Du als Charlottenburger und als Kreuzberger hier rein gehen kannst.

Vielen Dank für das Interview. Wir sehen uns bei 1842 The Grand.

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